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Most für Mensch und Auto

Die Werktagsfahrt der TCS Sektion Zug war auch dieses Jahr ein Genuss für die Sinne. Ein Ausflug zu formvollendeten Autos stand auf dem Programm.

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Die Teilnehmenden der Zuger TCS-Sektion in der Ostschweiz.

Die Teilnehmenden der Zuger TCS-Sektion in der Ostschweiz.

Bild: PD

Bei wolkenlosem Himmel – wie eigentlich immer bei der Werktagsfahrt – sind kürzlich 73 Teilnehmende der TCS-Sektion Zug pünktlich um 6.50 Uhr mit den Cars von Albisser Reisen losgefahren. Beim schönsten Sonnenaufgang ging es über den Hirzel an den Walensee. Nach dem erfrischenden Aufenthalt am See mit Kaffee und Gipfeli ging die Fahrt über das Rheintal nach Romanshorn. Das Automuseum Autobau war eine grosse Überraschung für viele Teilnehmende. In den denkmalgeschützten Gebäuden der ehemaligen eidgenössischen Alkoholverwaltung hat Fredy A. Lienhard, Geschäftsmann und Rennfahrer, seine grosse Sammlung von aussergewöhnlichen wie auch alltäglichen Automobilen der 1950er- bis 1980er-Jahre öffentlich ausgestellt.

Aussergewöhnliche Fahrzeuge

Die Autobau Erlebniswelt zeigt seit 2009 jeweils rund 120 Fahrzeuge aus dem nationalen und internationalen Motorrennsport sowie Strassen- und Supersportwagen. Aussergewöhnlich, gar erstaunlich sind die Fahrzeuge des Autodesigners Franco Sbarro. Die Rennkarriere von Clay Regazzoni wird im «Honor Room» in allen Facetten dargestellt. Eindrücklich sind die von und für ihn umgebauten Sportfahrzeuge für Querschnittgelähmte. Clay Regazzoni hat viel Pionierarbeit für die mobile Fortbewegung von Querschnittgelähmten geleistet. Ihre Integration in das gesellschaftliche Leben und ihre unabhängige Fortbewegung war Clay Regazzoni ein grosses Anliegen. Auch von Peter Sauber sind verschiedene Rennwagen aus seinem Formel-1-Rennstall ausgestellt. Ein Besuch lohnt sich.

Das öffentliche Museum ist einer Lehrerin zu verdanken. Sie erfuhr von der grossen Autosammlung von Fredy Lienhard und lud sich mit der ganzen Klasse für einen Besuch ein. Die vielen strahlenden Gesichter der Kinder überzeugten Fredy Lienhard. Er will seither viele Menschen mit dem Museum erfreuen. Das ist ihm auch bei unserem Ausflug gelungen. Jugendträume wurden wahr. Rüstige Seniorinnen wurden neben dem Traumauto platziert und stolz fotografiert. Jugenderinnerungen oder solche an ein erstes Verliebtsein kamen hoch.

Träume und Erinnerungen geben aber auch Hunger. Im Landgasthof Seelust in Egnach wurde die Reisegesellschaft danach hervorragend verköstigt. Nun musste in Erfahrung gebracht werden, woher der Sprit kommt, welchen bis 2015 die Alkoholverwaltung kontrollierte, die ihn in Romanshorn in grossen Tanks verwaltete.

Autos brauchen Most

In der Mosterei Möhl in Arborn erfuhren wir die Geschichte im neu eröffneten Momö-Museum. Von den vielen verschiedenen Apfelsorten zum süssen Saft, gelagert in den grössten Eichenfässern der Schweiz. Hergestellt wurden die 22'000 Liter fassenden ovalen Fässer von der Küferei Suppiger in Küssnacht am Rigi. Dies zeigt, dass ohne die Handwerkskunst aus der Zentralschweiz kein Möhl-Saft in die Flasche kommt.

Auch in früheren Zeiten waren Zuger damit betraut, Maschinen nach «Mostindien» zu liefern. Zum Beispiel die Pumpenfabrik Brandenberg und Co. aus Zug. Es wird nicht nur süsser Saft genossen, auch vergärter Most und besonders die Cider-Kreationen sind bekömmlich. Nun kommt die Alkoholverwaltung ins Spiel: Vergärter Saft durch den heissen Ofen destilliert, ergibt den begehrten Brand. Damit dieser nur in beschränkter Menge genossen wurde, verwertete die Alkoholverwaltung den Alkohol in grosser Menge als Ethanol. Dieser eignet sich auch hervorragend für den schnellen Antrieb von entsprechenden Sportautos. So schliesst sich der Kreis: Autos brauchen Most. Die Teilnehmenden der TCS-Sektion genossen den Most aber lieber selber.

Für den TCS Zug: Werner Toggenburger