Reorganisation
Das Ebikoner CEO-Modell hat bald ausgedient – der Geschäftsführer wechselt nach Sarnen

Ebikon krempelt aufgrund der Gründung eines Einwohnerrats die Verwaltung um. Einen Geschäftsführer wird es künftig nicht mehr geben. Der aktuelle Stelleninhaber hat schon etwas Neues gefunden.

Stefan Dähler Jetzt kommentieren
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Alex Mathis verlässt die Gemeinde Ebikon.

Alex Mathis verlässt die Gemeinde Ebikon.

Bild: PD

Nach fünfeinhalb Jahren wird Geschäftsführer Alex Mathis (43) per Ende 2022 die Gemeinde Ebikon verlassen. Dies auf eigenen Wunsch, wie die Gemeinde mitteilt. Mathis wird per Januar 2023 neuer Geschäftsführer der Gemeinde Sarnen. Der Ebikoner Gemeinderat bedauere den Entscheid. Alex Mathis habe die Verwaltung weiterentwickelt und «ein stabiles Fundament für die Zukunft» gesetzt.

Die Gemeinde Sarnen teilt mit, dass Alex Mathis sich «in einem mehrstufigen Selektionsprozess als die ideale Person herauskristallisiert» habe. Er war vor seiner Tätigkeit in Ebikon acht Jahre Geschäftsführer der TCS-Sektion Waldstätte.

Ebikon passt sich anderen Parlamentsgemeinden an

«Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Geschäftsführermodell in Ebikon keine Zukunft mehr hat», sagt Mathis zu seinen Beweggründen. Dies, weil 2024 ein Einwohnerrat gegründet wird. Daher steht in Ebikon bis Sommer 2023 eine Reorganisation der Verwaltung an. Derzeit gibt es den Geschäftsführer, der die operative Leitung ausübt. Die Gemeinderäte haben Arbeitspensen zwischen 40 und 49,9 Prozent und sollen sich auf die strategische Führung konzentrieren. Künftig wird es, wie in den anderen Luzerner Parlamentsgemeinden, keinen Geschäftsführer geben, dafür erhält die Exekutive höhere Pensen.

Infolgedessen hat der mit seiner Familie in Luzern wohnhafte Alex Mathis entschieden, eine neue Herausforderung zu suchen. Es sei zwar auch im Raum gestanden, für ihn in Ebikon eine andere Stelle zu finden. «Doch das war für mich keine Option, ich habe in der Geschäftsführer-Position meine Berufung gefunden.» Dass er diesen Job nun in Sarnen ausüben kann, freue ihn besonders: «Ich bin in Sarnen aufgewachsen, habe 25 Jahre dort gelebt. Nun kehre ich gewissermassen zu meinen Wurzeln zurück», sagt Mathis. «Auf der anderen Seite bedauere ich es auch, mich von meinen Mitarbeitenden in Ebikon zu verabschieden. Wir haben in der Verwaltung eine sehr gute Unternehmenskultur aufgebaut. Auch mit dem Gemeinderat lief die Zusammenarbeit sehr positiv.»

Höhere Pensen für die Exekutive

Der Ebikoner Gemeindepräsident Daniel Gasser.

Der Ebikoner Gemeindepräsident Daniel Gasser.

Bild: Corinne Glanzmann

Gemeindepräsident Daniel Gasser (Mitte) betont seinerseits, dass er die Arbeit von Alex Mathis sehr schätzt. «Wir hätten ihn gerne behalten.» Im Rahmen der Erarbeitung der neuen Gemeindeorganisation hätten die Parteien aber grossmehrheitlich gefordert, das Geschäftsführermodell aufzugeben. Dieses funktioniere aktuell jedoch sehr gut, daher wolle man gewisse Aspekte beibehalten – besonders die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Gasser:

«Das Ziel ist die Schaffung einer Verbundstelle, die als Drehscheibe innerhalb der Verwaltung fungiert.»

Details zur künftigen Verwaltungsorganisation seien noch in Arbeit. Bis im Winter dürften die Eckpunkte feststehen. Mitte 2023 soll die Umsetzung beginnen. «Dann haben wir bis zum Start des Parlamentsbetriebs noch ein Jahr Zeit, um die neuen Abläufe einzuspielen», sagt Gasser. Klar ist, dass die Gemeinderatspensen gemäss Gemeindeordnung künftig mindestens 60 Prozent pro Person und total maximal 400 Prozent betragen werden. «Die beratende, überparteiliche Spezialkommission hat sich für tiefere Dossierkenntnisse, bessere Vernetzung mit anderen Gemeinden und grössere Bevölkerungsnähe eingesetzt.»

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