Littauerboden
Baustoff-Umschlagplatz: Einsprachen – und «Unverständnis» im Quartier nebenan

Gegen den geplanten Baustoff-Umschlagplatz im Littauerboden sind drei Einsprachen eingegangen. Gar nicht erfreut über das Projekt ist man im benachbarten Wohnquartier.

Roman Hodel
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Die Seekag plant im Littauerboden, unmittelbar beim Hornbach-Baumarkt, einen Umschlagplatz für Baustoffe. Gegen das Projekt sind drei Einsprachen eingegangen, wie Markus Hofmann auf Anfrage sagt. Er ist Bereichsleiter Baugesuche bei der Stadt Luzern. Weitere Angaben könne er aufgrund des laufenden Verfahrens nicht machen.

Auf dem Areal sollen jährlich rund 100'000 Tonnen Material umgesetzt werden. Unter anderem ist eine Frischbetonanlage für Selbstabholer – «Beton to go» – vorgesehen. Ausserdem kommt drei- bis viermal jährlich für jeweils zwei bis drei Tage eine mobile Beton-Brechanlage zum Einsatz. Diese ist gemäss Seekag so installiert, dass sämtliche Auflagen punkto Lärmschutz eingehalten werden.

Durchschnittlich 334 zusätzliche Fahrten pro Tag

Zwar wird gut die Hälfte des Materials über die Bahn hin- und hertransportiert – hierfür wird das bestehende Industriegleis von Swiss Steel verlängert. Trotzdem wird der Umschlagplatz für Mehrverkehr im Littauerboden sorgen.

Gemäss Lärmgutachten, das im Rahmen der Projektauflage öffentlich einzusehen war, ist pro Jahr mit rund 8190 Lkw-Fahrten sowie rund 72'000 Liefer- respektive Kleinfahrzeugfahrten zu rechnen. Geht man von rund 240 Arbeitstagen pro Jahr aus, bedeutet dies im Schnitt täglich rund 334 zusätzliche Fahrten.

Quartiervereinspräsident kritisiert Verhalten der Stadt

Kein Wunder, ist der Quartierverein An der Emme gar nicht begeistert vom Vorhaben. Dieser umfasst die Wohnquartiere im Littauerboden, unter anderem jene zwischen Hornbach und Kleiner Emme, unweit des künftigen Umschlagplatzes. «Es kann nicht sein, dass immer mehr Betriebe im Littauerboden bewilligt werden; noch dazu solche, die viel Verkehr generieren, derweil aber die Infrastruktur nicht angepasst wird», sagt Vereinspräsident Christoph Oertli und meint damit vor allem die Cheerstrasse zwischen Littauerboden und Littau-Dorf. Jenes umstrittene Strassenausbauprojekt, das im Juni wegen der hohen Kosten begraben wurde, nach über einem Jahrzehnt Planung.

Ein grosses «Unverständnis» herrsche im Quartier aber auch wegen der Informationspolitik der Seekag. «Die meisten von uns haben aus der Zeitung von dem Projekt erfahren», sagt Oertli und fügt an:

«Mit Blick auf die Lärm- und Verkehrsimmissionen hätten wir eine aktivere Kommunikation gegenüber den Quartierbewohnern erwartet.»

Verhindern lässt sich der Baustoff-Umschlagplatz wohl kaum noch. Umso mehr hofft Oertli, dass der Stadtrat bei der Cheerstrasse vorwärtsmacht. Entsprechende Vorstösse dazu sind im Stadtparlament hängig. Alle Parteien haben bekanntlich einen Neustart des Projekts mit dem bislang fehlenden Plan B gefordert.