Abstimmung
Wenige Stimmen sorgen in Erstfeld für ein Ja zum Mediengesetz

Dreimal Nein, einmal Ja: So hat Erstfeld bei der eidgenössischen Abstimmung entschieden. Hier finden Sie alle Details zum Resultat in der Gemeinde.

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Die Ergebnisse in Erstfeld: 50.9 Prozent Ja zum Medienpaket

Die Ergebnisse in Erstfeld: 50.9 Prozent Ja zum Medienpaket

(chm)

Mit einem Unterschied von nur gerade 18 Stimmen hat Erstfeld das Mediengesetz befürwortet. 489 Personen sagten Ja, 471 stimmten Nein. Das entspricht 50.9 Prozent Ja. Mit einem ähnlichen Ja-Stimmenanteil von 50.5 Prozent hiess auch der Kanton Uri die Vorlage gut. Zur Erinnerung: In der Schweiz lautete das Resultat 54.6 Prozent Nein.

Bei Vorlagen, die sich um die öffentliche Finanzierung der Medien drehten, hat Erstfeld in den vergangenen Jahren folgendermassen abgestimmt: Zur No-Billag-Initiative zur Abschaffung der Fernseh- und Radiogebühren stimmte die Gemeinde 2018 72.9 Prozent Nein. Beim Systemwechsel zu einer geräteunabhängigen Empfangsgebühr (RTVG-Gesetz, 2015) sagte die Gemeinde 53.5 Prozent Nein.

Die No-Billag-Initiative hatte keine Chance vor dem Volk und wurde mit 71,6 Prozent Nein abgelehnt. Das RTVG-Gesetz kam dagegen zustande, wobei die Befürworter nur gerade mit rund 3600 Stimmen Unterschied gewannen.

Als eine der wenigen Gemeinden in der Deutschschweiz hat Erstfeld das Mediengesetz befürwortet. Die Mehrheit der Gemeinden in der Sprachregion (rund 96 Prozent) lehnten die Vorlage ab.

Beim Mediengesetz ist ein deutlicher Röstigraben erkennbar. Die Ja-Stimmenanteile unterscheiden sich zwischen der deutschen und der französischen Sprachregion um rund 15 Prozentpunkte. In der Deutschschweiz sagte die Bevölkerung 58 Prozent Nein zum Mediengesetz, in der Romandie hiess es 57 Prozent Ja. In den italienischsprachigen Gebieten lautete das Resultat 53 Prozent Nein.

Abschaffung der Emissionsabgabe scheitert deutlich

Die klare Mehrheit der Abstimmenden in Erstfeld hat zur Abschaffung der Emissionsabgabe Nein gestimmt. Mit einem Nein-Anteil von 68.8 Prozent verwirft die Gemeinde die Vorlage. Auch der Kanton Uri lehnte die Vorlage ab, allerdings weniger deutlich. Der Nein-Stimmenanteil betrug 64.1 Prozent. Die Schweiz stimmte 62.7 Prozent Nein.

In der Deutschschweiz sagte die Bevölkerung 64 Prozent Nein zur Abschaffung der Emissionsabgabe, in der Romandie hiess es 61 Prozent Nein. In den italienischsprachigen Gebieten lautete das Resultat 55 Prozent Nein. Die Ablehnung in Gemeinde Erstfeld fiel somit stärker aus als in der Deutschschweiz.

Mehrheit gegen Tabakwerbeverbot

In der Gemeinde Erstfeld hat es ein Nein gegeben zum Tabakwerbeverbot. 59 Prozent lehnten die Vorlage ab. Mit einem fast identischen Nein-Stimmenanteil von 58.7 Prozent lehnte auch der Kanton Uri die Vorlage ab. Zur Erinnerung: In der Schweiz lautete das Resultat 56.6 Prozent Ja.

Über eine Raucher-Vorlage stimmte die Schweiz zuletzt vor fast zehn Jahren ab, nämlich über die Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen. Die Schweiz lehnte sie ab (66 Prozent Nein). In Erstfeld lautete das Resultat: 77.4 Prozent Nein.

Die Bevölkerung in den städtischen Gebieten sagte mit 60 Prozent Ja zum Tabakwerbeverbot, in den ländlichen gab es 50.9 Prozent Nein. In den Gebieten, die sich weder den Städten noch dem Land zuordnen lassen (intermediäres Gebiet) lautete das Resultat 53 Prozent Ja. Nach der Definition des Bundesamts für Statistik zählt Erstfeld zu diesem intermediären Raum und stimmte somit anders ab als die Mehrheit in diesem Raum.

Zwar entschieden die Deutschschweiz und die Romandie beim Tabakwerbeverbot gleich. Dennoch ist ein Röstigraben erkennbar, unterschied sich das Resultat zwischen den Sprachregionen doch um beachtliche 13 Prozentpunkte.

In der Deutschschweiz sagte die Bevölkerung 53 Prozent Ja zum Tabakwerbeverbot, in der Romandie hiess es 67 Prozent Ja. In den italienischsprachigen Gebieten lautete das Resultat 58 Prozent Ja. Die Gemeinde Erstfeld stimmte also anders ab als ihre Sprachregion.

Wuchtiges Nein zum Tierversuchsverbot

Die Gemeinde Erstfeld hat sehr klar Nein gesagt zum Tierversuchsverbot, und zwar mit 81.1 Prozent der Stimmen. Der Kanton Uri verwarf die Vorlage mit einem noch höheren Nein-Stimmenanteil, und zwar mit 82.6 Prozent. Auf nationaler Ebene hiess das Resultat 79.1 Prozent Nein.

Mit 39 Prozent lag die Stimmbeteiligung in Erstfeld höher als im Kanton Uri (37.5 Prozent). Schweizweit lag die Stimmbeteiligung bei 44.1 Prozent.

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Dieser Text ist mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt worden.