Beim Handelsregisteramt Zug kann ab sofort mit Bitcoin bezahlt werden. Und zwar vor Ort, per App beziehungsweise «Wallet» (also: Portemonnaie) für Kryptowährungen auf dem Smartphone. Dabei könne der Kunde eine eigens für seine Transaktion generierte Empfangsadresse in Form eines QR-Codes scannen und den entsprechenden Betrag in Bitcoin überweisen, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch des in Zug ansässigen Informatikunternehmens Inacta AG, welches das Bezahlsystem entwickelt hat und in Zusammenarbeit mit Bitcoin Suisse betreiben wird.

Damit bleibt der Kanton Zug seinem Ruf als Vorreiter in Sachen neue Blockchain-Technologien treu. Beim Handelsregisteramt war es schon bisher möglich, das Kapital eines Unternehmens mittels Sacheinlage in Kryptowährungen zu liberieren oder eine vom Amt zugestellte Rechnung in Bitcoin oder Ether zu bezahlen.

Zahlungen werden sogleich in Franken gewechselt

Obschon die Zahlung des Kunden respektive der Kundin in Bitcoin erfolgt, erhalte der Kanton Zug den Betrag in Schweizer Franken, heisst es in der Mitteilung weiter. Die ebenfalls in Zug ansässige Bitcoin Suisse AG wandle die Zahlung in Schweizer Franken um und überweise den eingegebenen Betrag netto auf das Bankkonto des Kantons. So werde sichergestellt, «dass es selbst bei grossen Schwankungen des Wechselkurses nicht zu Überraschungen kommt und weder der Kanton noch der Kunde ein Risiko trägt», schreibt Inacta weiter.

Letzteres sei ein zentraler Punkt, so Andreas Hess, Amtsleiter Handelsregister- und Konkursamt des Kantons Zug: «Wir haben eine Lösung gesucht, die einerseits unseren Kundinnen und Kunden neue Bezahlmöglichkeiten eröffnet, andererseits aber unserer Verantwortung gegenüber dem Kanton gerecht wird. Soweit es uns betrifft, erfolgt die Rechnungsstellung in Schweizer Franken und wir erhalten genau diesen Betrag gutgeschrieben», wird Hess in der Mitteilung zitiert.

Die Zuger Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut sagt, es sei «wichtig, dass das Handelsregisteramt Zug, stellvertretend für die Verwaltung des Kantons Zug, nicht nur über die digitale Entwicklung spricht, sondern diese auch aktiv angeht und mitgestaltet».

Bereits seit drei Jahren können Gebühren bis 200 Franken am Schalter der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug mit Bitcoins beglichen werden.

Crypto Valley in
 negativen Schlagzeilen

In diesen Tagen geriet das Zuger Crypto Valley allerdings in negative Schlagzeilen: Gemäss dem Portal «Swissinfo» laufen in den USA mehrere Gerichtsverfahren um einen Betrug in der Höhe von 850 Millionen Dollar. Es geht um die Handelsplattform Bitfinex und eine Firma namens Crypto Capital, deren Struktur intransparent sein soll und die auf ihrer Website lediglich einen Sitz in «Zug» ohne genaue Adresse angibt.