Der in Lausanne und Zürich aufgewachsene Romand gründete 1958 als 34-Jähriger an der Dufourstrasse in Zürich ein kleines Antiquitätengeschäft. Dieses baute der Jurist zum grössten Auktionshaus der Schweiz aus.

Mit Standorten in Zürich und Genf sowie weiteren Repräsentanzen in Deutschland, Italien, Russland und China zählt die Firma zu den zehn bedeutendsten Auktionshäusern der Welt. Koller übergab die Geschäftsleitung des Familienbetriebs 1998 an seinen ältesten Sohn Cyril.

Der "Patron" und "Grandseigneur guten alten Stils" habe eine wichtige Schrittmacherfunktion für den Schweizer Kunsthandel innegehabt, schreibt die NZZ über Pierre Koller in einem Nachruf vom Donnerstag. Zahlreiche bekannte Galeristen und Auktionatoren seien bei ihm in die Schule gegangen. "Das Wichtigste ist die Leidenschaft", sagte Koller einmal.

Einen Höhepunkt in Kollers Karriere als Kunsthändler und Auktionator stellte 1995 die Versteigerung einer epochalen Privatsammlung von Napoleonica dar, auf welche sich Koller spezialisiert hatte. Für Aufsehen sorgte das Haus auch 2013, als das Albert-Anker-Gemälde "Turnstunde in Ins" für 7,5 Millionen Franken versteigert wurde.

Das Unternehmen führt laut eigenen Angaben pro Jahr gegen 70 Einzelauktionen in 25 Sparten von Gemälden über Wein bis Asiatische Kunst durch. Die Preise der Kunstwerke liegen dabei zwischen tausend und mehreren Millionen Franken.