Mobilfunk

Wo man bald schneller surft: In diesen 52 Städten schaltet die Swisscom bald das 5G-Netz auf

5G ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 2 Gigabit pro Sekunde. Einen Full-HD-Film hat man in lediglich 20 Sekunden auf sein Handy oder Tablet geladen. (Symbolbild)

5G ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 2 Gigabit pro Sekunde. Einen Full-HD-Film hat man in lediglich 20 Sekunden auf sein Handy oder Tablet geladen. (Symbolbild)

In 52 Städten schaltet die Swisscom das 5G-Netz in den nächsten Wochen auf. Das erste 5G-Handy steht auch schon bereit – von einem unbekannten chinesischen Hersteller.

Die ersten hundert Antennen hat die Swisscom bereits für 5G aufgerüstet, den Mobilfunkstandard der fünften Generation. In den nächsten Wochen sollen die ersten 52 Städte und Orte zumindest teileweise ans ultraschnelle Netz angeschlossen werden. «Wir warten nur noch auf die Genehmigung des Bundes. Sobald wir die haben, werden wir den Schalter umlegen», sagte Swisscom CEO-Urs Schaeppi an der gestrigen Medienkonferenz. Dann soll es Schlag auf Schlag gehen: Bis Ende Jahr will die Swisscom bereits 90 Prozent der Schweiz mit 5G abgedeckt haben.

Das ist ein ambitioniertes Ziel, bedenkt man, dass in der Schweiz besonders strenge Strahlengrenzwerte gelten. Um diese Werte einzuhalten, bedarf es einer Vielzahl von Antennen, für die zum Teil noch geeignete Standorte gefunden werden müssen.

5G ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 2 Gigabit pro Sekunde. Einen Full-HD-Film hat man in lediglich 20 Sekunden auf sein Handy oder Tablet geladen. In der Realität wird diese Geschwindigkeit wohl in den seltensten Fällen erreicht werden – bei einem Live-Test kam die Swisscom gestern aber immerhin auf 1,86 Gigabit pro Sekunde.

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Das ist praktisch, wenn man etwa am Gate vor einem Langstreckenflug noch schnell die neue Staffel der Serie «Game of Thrones» herunterladen will. Die meisten Nutzer dürften aber mit der derzeitigen Geschwindigkeit zufrieden sein.

Doch 5G ermöglicht nicht nur ein schnelleres Netz, sondern verkürzt auch die Reaktionszeit der Datenpakete, die beim Surfen, beim Gamen oder bei anderen Webanwendungen übers Netz hin und her geschickt werden. Das soll dem sogenannten Internet der Dinge zum Durchbruch verhelfen.

Nun können die Geräte und Roboter quasi in Echtzeit miteinander kommunizieren. Auch für das autonome Fahren wird das neue Netz zentral sein. Um Sicherheit und Kapazität auf den Strassen zu optimieren, müssen die Autos vernetzt sein. Jede Millisekunde kann hier bei der Vermeidung eines Unfalls entscheidend sein.

Ein weiterer Vorteil von 5G ist die zusätzliche Bandweite. Die ist dringend nötig, denn der ständig zunehmende Datenverkehr überlastet das Netz. Heute werden in einem halben Tag so viele Daten transportiert wie vor fünf Jahren in einer ganzen Woche. Und der Trend wird weitergehen: So nutzen die 25-Jährigen das mobile Internet achtmal so intensiv wie die ältere Generation.

Um im ultraschnellen Netz zu surfen, bedarf es eines neuen Smartphones. Mit dem Oppo Reno hat die Swisscom gestern das erste 5G-fähige Gerät in der Schweiz vorgestellt. Der chinesische Hersteller ist hierzulande weitestgehend unbekannt, weltweit ist Oppo aber bereits die Nummer 5.

Neben dem 5G-Chip sorgt die Selfie-Kamera für ein zweites Highlight des Smartphones: Man fährt sie per Knopfdruck aus; so kann der Bildschirm lückenlos über die gesamte Vorderseite gezogen werden. Das Reno gibt es im Swisscom-Shop Anfang Mai für 999 Franken zu kaufen.

Ebenfalls im Mai soll das erste 5G-fähige Gerät von LG erhältlich sein. Samsung folgt im Juli, Huawei im dritten Quartal. Von Apple wird dieses Jahr noch kein 5G-fähgiges iPhone erwartet.
Bis die Mehrheit der Smartphone-Nutzer im Netz der neusten Generation unterwegs sein wird, könnte es also noch mehrere Jahre dauern.

Neben einem 5G-fähigen Gerät ist das richtige Handy-Abo eine weitere Voraussetzung dafür. Bei der Swisscom bieten alle InOne-Mobile-Abos Zugang zum Netz der neusten Generation. Wer aber die volle Geschwindigkeit nutzen will, muss einen Aufpreis von 10 Franken zahlen.

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