Wirtschaft

Valora steigert Gewinn und hält Umsatz dank Convenience-Food stabil

2019 führte Valora am Zürcher Hauptbahnhof kassenlose Shops ein, in denen die Kunden mit einer App bezahlen müssen.

2019 führte Valora am Zürcher Hauptbahnhof kassenlose Shops ein, in denen die Kunden mit einer App bezahlen müssen.

Die Valora-Gruppe steigerte 2019 ihren Reingewinn um 23 Prozent auf 74 Millionen Franken. Die Strategie des Unternehmens, vermehrt auf Snacks und Convenience-Food zu setzen, scheint aufzugehen.

(gb.) Es sind stabile bis gute Geschäftszahlen, die die Kiosk-Gruppe Valora am Mittwoch präsentiert hat: In einem für Detaillisten schwierigen Umfeld vermochte Valora seinen Umsatz bei 2 Milliarden in der Höhe des Vorjahreswerts zu halten. Dies hat vor allem mit einer veränderten Zusammensetzung der angebotenen Produkte zu tun. Valora begann schon vor einigen Jahren, den Fokus vermehrt auf das Geschäft mit schneller Verpflegung zu legen. Die Umsätze sind in diesem Bereich um 2,9 Prozent gestiegen, während sie im Bereich Presse, Bücher und Tabak rückläufig waren.

Positiver als erwartet hat gemäss der Mitteilung des Unternehmens auch das Geschäft in Deutschland, Österreich und Luxemburg abgeschlossen, wo das Unternehmen ebenfalls mit verschiedenen Marken tätig ist, beispielsweise Backwerk, Ditsch und Superguud. Dies unter anderem, weil der Verkauf von Presseerzeugnissen weniger stark rückläufig war.

Der Erfolg des vergangenen Geschäftsjahres zeigt sich vor allem beim Gewinn: Valora verzeichnet eine Steigerung des Reingewinns um 23 Prozent auf 73,6 Millionen Franken. Das Konzernergebnis nahm gar um 35 Prozent zu und liegt bei 73,7 Millionen, was das Unternehmen auf Steuereffekte und eine Wertberichtigung auf nicht fortgeführte Geschäfte vom Vorjahr zurückführt.

2019 war für Valora auch das Jahr, in dem es den Zuschlag der SBB für das Betreiben von 262 Verkaufsflächen an Schweizer Bahnhöfen erhielt und sich dabei gegen Bewerber wie die Migros durchsetzte. Gleichzeitig tüftelt das Unternehmen am Kiosk der Zukunft und hat dafür unter anderem letzten Frühling am Zürcher Hauptbahnhof die Kiosk-Konzepte «avec Box» und «avec X» eröffnet. In den Verkaufsflächen findet sich keine einzige Kasse, die Kunden bezahlen per App.

Den Fokus auf Essensangebote sowie die Digitalisierung ihrer Verkaufsflächen will Valora auch im laufenden Jahr fortsetzen. Unter anderem soll die Möglichkeit der Gesichtserkennung gemeinsam mit den Kunden getestet werden. Wie Franz Julen, Verwaltungsratspräsident der Valora-Gruppe letzten Herbst gegenüber CH Media sagte, könne man den Kunden auf diese Weise personalisierte Produktvorschläge an der Kaffeemaschine und am Tabakautomaten machen und ihnen den «Einkaufsprozess erleichtern».

Das Unternehmen wird dieses Jahr aber auch in den Umbau der neu erworbenen Verkaufsflächen an den SBB-Bahnhöfen investieren müssen. Dies wird sich gemäss der Mitteilung des Konzerns auch auf das laufende Geschäftsjahr auswirken. Die Gruppe erwartet, dass der Ebit konstant bleibt. Bis die Umwandlung der Filialen abgeschlossen ist, soll die Ebit-Marge um jährlich 0,2 Prozentpunkt wachsen.

Die strategischen Umbauten, die bei Valora schon seit längerem im Gang sind, zeigen sich auch im Personalbestand der Gruppe, welcher in den letzten drei Jahren stetig abgenommen hat. Ende 2019 beschäftigte das Unternehmen 3906 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind 7,65 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Valora Holding AG hat ihren Sitz in Muttenz, im Kanton Basel-Landschaft. Zum Unternehmen gehören unter anderem die Marken avec, K Kiosk, Brezelkönig, Caffè Spettacolo und die Eigenmarke «ok.-».

Meistgesehen

Artboard 1