Grossbanken
UBS-Verwaltungsrat stärkt CEO Ralph Hamers den Rücken

Der Niederländer sei «absolut» der richtige CEO, sagte Präsident Axel Weber an der Generalversammlung. Daran ändere auch die niederländische Strafuntersuchung nichts.

Daniel Zulauf
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Verwaltungsratspräsident Axel Weber (links) und CEO Ralph Hamers bei einer Pressekonferenz in Zürich im Februar 2020.

Verwaltungsratspräsident Axel Weber (links) und CEO Ralph Hamers bei einer Pressekonferenz in Zürich im Februar 2020.

Walter Bieri / KEYSTONE

«Ralph Hamers geniesst bei der Führung unseres Unternehmens das volle Vertrauen des gesamten Verwaltungsrats», sagte UBS-Präsident Axel Weber am Donnerstag in seiner Rede an die Generalversammlung der UBS-Aktionäre. Die Aussage steht in einem gewissen Widerspruch zu medialen Spekulationen und Gerüchten über ernsthaftere Meinungsverschiedenheiten in dem Gremium in Bezug auf die Nominierung des seit Anfang November als CEO fungierenden Niederländers.

Seit Januar untersucht die niederländische Staatsanwaltschaft auf gerichtliche Anordnung eine mögliche Verantwortung des UBS-Chefmanagers in einem grossen Fall von Geldwäscherei bei dessen vormaligem Arbeitgeber ING. Die Ermittlungen könnten zu einer Strafanklage gegen den früheren ING-Chef führen, was dessen Position als UBS-Chef stark kompromittieren würde. Um die Jahreswende wurden Informationen ruchbar, nach denen Axel Weber den Verwaltungsrat über die mit Hamers Berufung als CEO verbundenen Prozessrisiken schlecht oder gar nicht informiert habe.

Aktionäre erteilen UBS-Führung die Décharge

Am Donnerstag sagte Weber seinen Aktionären, Hamers sei «ein moderner CEO» der dem Anforderungsprofil der Bank «absolut» entspreche. Der Verwaltungsrat habe ihn vor seiner Berufung zum CEO «umfassend» geprüft. «Die Untersuchung in den Niederlanden, die nun nochmals gegen ihn in seiner Eigenschaft als damaliger CEO von ING eröffnet wurde, ändert aus unserer Sicht nichts an der damaligen Einschätzung.»

Derweil sprachen die Aktionäre der UBS-Führung das Vertrauen aus. Die Anträge im Bereich Vergütung/Boni wurden mit Zustimmungsraten von 85 Prozent und mehr gutgeheissen. Die Verwaltungsratsmitglieder wurden mit Ja-Stimmenanteilen von knapp 90 Prozent und mehr bestätigt. Die Aktionäre gewährten der UBS-Führung im Gegensatz zum vergangenen Jahr auch die Entlastung, allerdings unter Ausklammerung sämtlicher Aspekte im Zusammenhang mit dem laufenden Steuerstrafprozess in Frankreich, der für die Bank Kosten in Milliardenhöhe zur Folge haben könnte.