Das Textilunternehmen Triumph will in Österreich 350 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sind beim Ableger im Nachbarsland vier Standorte. Ein Sozialplan ist vorgesehen. Die Details sind aber noch nicht bekannt. Unter dem Strich bleiben noch 1140 Stellen erhalten. Bereits im Jahr 2010 hat die Schweizer Firma in Österreich ein Werk geschlossen. 300 Jobs gingen damals verloren. Künftig will der Unterwäschehersteller in Österreich nur noch die Marke «sloggi» produzieren.

Der Abbau stösst bei den Gewerkschaften auf Unverständnis: «Diese Konzernentscheidung ist für uns ein dramatischer Schlag und nicht nachvollziehbar», sagt Gerald Kreuzer von der Gewerkschaft Pro-Ge gegenüber dem österreichischen Onlineportal «kurier.at». Die österreichischen Arbeitnehmer müssten den Preis dafür zahlen, dass Triumph in anderen Ländern die Ziele nicht erreiche. Der Unterwäsche-Konzern, der mit 36.000 Mitarbeitern in 120 Ländern 1,64 Milliarden Euro umsetzt, kämpft in vielen Ländern mit einem schwierigen Marktumfeld und schlechteren Verkaufsaussichten.

Sind nach dem Abbau in Österreich nun auch Stellen am Hauptsitz in Bad Zurzach gefährdet? Ein Abbau sei derzeit nicht vorgesehen, sagt Mediensprecher Olav Katz. In Bad Zurzach beschäftigt Triumph 250 Mitarbeiter. Weitere 150 sind in den Schweizer Triumph-Stores beschäftigt.

Vergangenen August gab das Unternehmen bekannt, das 15 Kündigungen per Mitte Juli 2012 ausgesprochen wurden. Grund für die Reduktion hierzulande sei, hiess es damals, dass der Sales- und Marketingbereich der Schweizer Vertriebsgesellschaft neu von München aus geleitet würde. 8 Mitarbeiter erhielten das Angebot nach Deutschland zu wechseln. Kritik ernete Triumph damals für seine Kommunikation: Die Pressemitteilung des Stellenabbaus gab die Firma erst auf Anfrage der Aargauer Zeitung heraus. Der Bad Zurzacher Gemeinderat wurde erste einen Monat nach der Ankündigung informiert. (fam/kel)