Nicht nur ist die Finanzierung von Start-ups hierzulande in den letzten Jahren einfacher geworden. Auch wird in der Schweiz immer mehr Risikokapital, sogenanntes Venture Capital, vergeben. Wie der aktuelle Bericht des Private-Equity-Branchenverbandes Seca zeigt, wurden im vergangenen Jahr 1,23 Milliarden Franken in Jungunternehmen gesteckt, über 30 Prozent mehr als noch 2017.

Ein Stück dieses Milliardenkuchens, wenn auch ein kleines, macht die Schwyzer Risikokapital-Gesellschaft VI Partners aus. Die Firma mit Sitz in Altendorf hat seit 2001 über ihren Fonds Venture Incubator 202 Millionen Franken in 48 Schweizer Start-ups investiert und damit indirekt rund 1500 Arbeitsplätze geschaffen. 28 dieser vor allem aus dem Gesundheits- und Technologiebereich stammenden Gesellschaften hat VI Partners inzwischen wieder veräussert. Dabei nahm die Firma insgesamt 240 Millionen Franken ein.

Venture Incubator wurde 2000 von McKinsey & Company sowie der ETH Zürich gegründet. Der 101 Millionen Franken schwere Fonds stammt von zehn Grossunternehmen: ABB, Nestlé, Novartis, Schindler, Hilti, Sulzer, Bühler, Suva, Zürcher Kantonalbank und Credit Suisse.

Weiterer Fonds geplant

Und schon bald werden weitere Millionen in den Fonds des Risikokapitalgebers fliessen. Wie VI Partners kürzlich bekannt gab, winkt dem Unternehmen ein Rekord-Mittelzufluss von bis zu 105 Millionen Franken.

Möglich macht dies der Verkauf von zwei weiteren Beteiligungen: Nexthink, einem in Lausanne ansässigen Cybersicherheitsspezialisten, sowie Amal Therapeutics, einem Genfer Biotech-Unternehmen, das einen Impfstoff entwickelt, der dem Körper helfen soll, Krebszellen zu bekämpfen. Letzteres wurde kürzlich vom deutschen Pharmakonzern Boehringer Ingelheim übernommen.

«Wir hatten an beiden Jungunternehmen eine Minderheitsbeteiligung», sagt Managing Partner Alain Nicod. Der genaue Betrag, der letztlich im Fonds des Risikokapitalgebers landen wird, hängt vom Erfolg der verkauften Firmen ab.

Für den Herbst plant VI Partners zudem die Einrichtung eines weiteren Fonds. Dieser soll einerseits Schweizer Start-ups in der Frühphase unterstützen, aber auch Reserven für Investitionen im Ausland bereithalten.