Der Kurssturz des Euro kostet Schweizer Velofirmen Marge oder Kunden. Die meisten Marken lassen heute zwar ihre Rahmen in Fernost herstellen und kaufen Teile im Ausland ein, doch mit Entwicklung und Administration sowie teils Endmontage in der Schweiz fallen Kosten in Franken an. Das limitiert den Spielraum im Preiskampf.

Nun senkt internationale Konkurrenz ihre Preise für das nächste Jahr; vergleichbare Modelle auch renommierter Hersteller werden teils zehn bis zwanzig Prozent billiger. International tätige grössere Schweizer Firmen wie etwa Scott mit Sitz in Givisiez FR können mitziehen, doch für Kleinere könnte es ungemütlich werden.

Grenznahe Veloläden unter starkem Druck

Man spüre einen klaren Umsatzrückgang im Euroraum, sagte Sabine Krippendorf von der Berner MTB Cycletech zur Nachrichtenagentur sda. Kunden forderten von Schweizer Händlern Rabatte oder kauften gleich im Ausland ein. Manche Veloläden an der Grenze bekämen fast nur noch Reparaturen. So sei die Händler-Stimmung "nicht gut".

Auch Scott-Marketingmanager Reto Aeschbacher stellt in Grenznähe "dramatischen" Druck fest. Differenzierte Preissenkungen sollen ihre Schweizer Händler wieder konkurrenzfähig machen. Man gebe so auch Einkaufsvorteile durch den starken Franken weiter. Tiefere Preise brächten den Läden indes weniger Umsatz und werteten auch deren Warenlager ab.

Bei MTB Cycletech hofft man hingegen, dass die Margenerosion bei aussergewöhnlichen Modellen weniger krass ausfällt, und forciert solche. Preissenkungen seien in der aktuellen Lage heikel.

Auch die Grenchner BMC - heuer Tour-de-France-Sieger - sucht eine Kompromisslösung, die Ausland-Expansion ermöglicht, aber Schweizer Händlern hilft, wie Marketingleiter Frank Schreiner zur sda sagte. Die Preisdifferenz wolle BMC "auf gesundem Mass behalten", auch zulasten der eigenen Marge.