Weil sich immer mehr Menschen über immer mehr Kanäle austauschen, sind Unternehmen darauf ausgerichtet, ihre Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie auch gemeinschaftlich genutzt werden können. "Social Design", nennt das GDI diesen Trend. Was einst mit dem Teilen von Informationen oder Musik begann, das entwickle sich weiter zur Kooperation und Kollaboration, schreiben die Forscher.

Der Trend zum Teilen führt zu neuen Nutzergewohnheiten und zu einer neuen Kultur des Teilens, die sich auf physische Produkte überträgt - am ehesten auf solche, die zwischen 100 und 500 Franken kosten, leicht transportierbar sind und nur unregelmässig gebraucht werden. Den Bibliotheken könnte darum in Zukunft eine neue Rolle zukommen. Sie könnten als Anbieter in die Lücke springen und nebst Büchern Gebrauchsgegenstände ausleihen.

Car-Sharing entwickelt sich am schnellsten

Die "Social Consumption" zeigt sich bereits jetzt in wachsenden Zahlen entsprechender Onlinedienste, sei es zum Kauf oder zur Vermittlung von Informationen. Am schnellsten haben sich Car-Sharing-Modelle entwickelt, bei denen inzwischen auch grosse Automarken mitmachen.

Mit dem neuen "Social-ism" in Verbindung stehen auch "Social Objects". Objekte regen zur Interaktion an, zum Kommentieren und Weiterempfehlen. Objekte wie Smartphones wiederum werden selbst vernetzt.

Sowieso gilt, dass man "sozial, lokal, mobil" agiert. Physische und virtuelle Welten verschmelzen. Es wird in beiden Welten gekauft und in beiden sind Empfehlungen aus dem sozialen Umfeld wichtig.

Beziehungen werden damit zu einem eigentlichen "Social Capital". Freundschaften und Beziehungsnetze sind auch im Berufsleben relevant. Und wer als Meinungsführer in sozialen Netzwerken auftaucht, der erhält Zugang zu exklusiven Angeboten. Privilegiert ist also nicht der umsatzstärkste Kunde, sondern der "sozialste".