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Shuttle von Brüssel nach Strassburg: 120 Autos der EU meist leer

Oft leer: Rund 120 Autos sind regelmässig in den Sitzungswochen des EU-Parlaments für den Transport von Abgeordneten zwischen Brüssel und Strassburg unterwegs. (Symbolbild)

Oft leer: Rund 120 Autos sind regelmässig in den Sitzungswochen des EU-Parlaments für den Transport von Abgeordneten zwischen Brüssel und Strassburg unterwegs. (Symbolbild)

In Sitzungswochen des EU-Parlaments werden regelmässig rund 120 Autos des offiziellen Fahrdiensts von Brüssel nach Strassburg kutschiert - die meisten davon leer. Dies bestätigte eine Parlamentssprecherin der Nachrichtenagentur DPA.

Die Autos und ihre Fahrer würden in Strassburg gebraucht, um Abgeordnete vom Flughafen oder Bahnhof zum Parlamentsgebäude zu bringen. Doch nur wenige der 751 EU-Abgeordneten nutzen die Möglichkeit, in den Limousinen selbst nach Strassburg mitzufahren.

Bei der Novembersitzung hätten 25 Parlamentarier den Shuttle angefragt, sagte die Sprecherin. Demnach variiert die Zahl der Anfragen - doch die Auslastung der Wagen ist meist gering.

Eine Million Euro Betriebskosten

Die Betriebskosten der Flotte summierten sich pro Jahr auf gut eine Million Euro, sagte die Sprecherin. Die meisten Wagen seien Elektro- oder Hybridfahrzeuge. Sie würden regelmässig ersetzt.

Der aus der ZDF-"Heute Show" bekannte Satiriker und EU-Abgeordnete Nico Semsrott fährt bei der Überführung der Limousinen mit nach Strassburg. Er habe erst kürzlich herausgefunden, dass es diese Möglichkeit gebe, sagte der gebürtige Hamburger der DPA. Semsrott kritisierte indes, dass die meisten Autos die rund 450 Kilometer zwischen Brüssel und Strassburg leer zurücklegen.

Pendeln alle vier Wochen

Auf die Frage, warum das EU-Parlament keine Autos in Strassburg stationiert, erklärte die Sprecherin, dass die aktuelle Handhabung bereits "im Interesse einer wirtschaftlichen Haushaltsführung" sei.

Das EU-Parlament tagt meist im französischen Strassburg; die parlamentarischen Ausschüsse treten dagegen in Brüssel zusammen. Das hatten die Regierungen der Mitgliedstaaten einst einstimmig beschlossen. Semsrott (Die Partei) kritisiert, dass das EU-Parlament seinen Sitz nicht selbst festlegen dürfe. Dies und das damit verbundene Pendeln alle vier Wochen sei demütigend, findet er.

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