Die Angestellten grosser Schweizer Konzerne haben bisher mehr an republikanische Kandidaten gespendet als an ihre demokratischen Rivalen. Das zeigt eine Übersicht der parteiunabhängigen Nichtregierungsorganisation Center for Responsive Politics.

Direkte Parteispenden von Unternehmen sind in den USA verboten. In vielen Konzernen gibt es allerdings Political Action Committees (PAC), die Spenden von Angestellten sammeln.

Angestellte der UBS haben in der laufenden Wahlkampf-Periode über das bankeigene PAC bereits fast 1 Million Dollar gespendet, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. 591'750 Dollar flossen an Repulikaner, nur 388'500 Dollar an Demokraten.

Ein Sprecher der Grossbank sagte der "NZZ am Sonntag", dies sei nur ein Zwischenstand: Im Bemühen um ein gutes Verhältnis zu Repräsentantenhaus und Senat werde gleich viel Geld an Kandidaten um Parlamentssitze beider Parteien gespendet.

Die Bevorzugung der Republikaner ist bei den Schweizer Firmen ein branchenübergreifendes Muster. Sie gilt auch für die Angestellten der Credit Suisse, des Zementkonzerns Lafarge Holcim, der Versicherer Zurich und Swiss Re sowie der Pharma-Konzerne Novartis und Genentech, US-Tochter von Roche.

Das traditionelle Spendenmuster zugunsten der Republikaner erstaunt, weil Präsidentschaftskandidat Donald Trump in der Wirtschaft stark umstritten ist. Er fordert Strafzölle und einen Austritt aus der Welthandelsorganisation WTO. Vor wenigen Tagen kam der Vorschlag dazu, das Trennbankensystem wieder einzuführen. Die Abschaffung im Jahr 1999 ermöglichte das Entstehen der heutigen Grossbanken. Eine Wiedereinführung wäre ein Frontalangriff auf die Wall Street. Auch UBS und Credit Suisse wären schwer betroffen.