Wirtschaft

Schmolz + Bickenbach: Aktionäre stimmen Umbenennung in Swiss Steel Group zu

Der in Luzern beheimatete Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach nennt sich neu Swiss Steel Group und halbiert den Aktiennennwert. (Archivbild)

Der in Luzern beheimatete Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach nennt sich neu Swiss Steel Group und halbiert den Aktiennennwert. (Archivbild)

Die Aktionäre des Schweizer Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach haben an einer ausserordentliche Generalversammlung den Aktiennennwert halbiert und die Umbenennung in Swiss Steel Group beschlossen.

(sat/mim) Wie der in Luzern beheimatete, weltweit tätige Hersteller von Spezialstahl Schmolz + Bickenbach mitteilt, haben 99,57 Prozent der Aktionäre am Montag der vom Verwaltungsrat beantragten Halbierung des Aktiennennwerts auf 0.15 Franken zugestimmt. Der Betrag dieser Nennwertreduktion wird den Konzernreserven zugewiesen. Dies zur Beseitigung der Unterbilanz von Ende Juli. Das Eigenkapital wird dadurch nicht geschmälert und auch an den Stimmrechtsverhältnissen ändert sich nichts. Allerdings wird es einfacher sein, neue Aktien auszugeben und so neues Geld zu beschaffen.

Mit 97,92 Prozent haben die Aktionäre auch der vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Namensänderung zugestimmt. Formal heisst die Firma künftig zwar Swiss Steel Holding AG. Ursprünglich hatte der Verwaltungsrat den leicht anderen, neuen Firmennamen Swiss Steel Group der Versammlung vorgeschlagen. Wie eine Sprecherin auf Anfrage von CH Media ausführte, traten kurzfristig jedoch juristische Probleme auf. Der Auftritt gegen aussen erfolge künftig aber unter Swiss Steel Group. Die Konzernzentrale bleibt in Luzern.

Verwaltungsratspräsident Jens Alder freut sich in der Mitteilung über die deutlichen Ergebnisse der Aktionärsversammlung: «Nach diesem turbulenten Jahr war es Zeit für einen Wandel in vielerlei Hinsicht», lässt sich Alder zitieren. Der neue Name Swiss Steel Group verkörpere die Vision und die Werte der Gruppe. Nachdem die Gründerfamilie das Aktionariat verlassen habe, komme «auch diese Tradition zu einem Ende», so Alder.

Weltweit tätig – in der Schweiz systemrelevant

Schmolz + Bickenbach – wie die künftige Swiss Steel Group bisher hiess – ist zwar auf dem internationalen Stahlmarkt tätig, gilt aber als für die Schweiz systemrelevant. Laut eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 10'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreibt eigene Produktions- und Verteilgesellschaften in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten. Beim Stahlkocher Swiss Steel in Emmenbrücke LU arbeiten 700 Personen, am Hauptsitz in der Stadt Luzern sind es rund 60.

Buchstäblich in letzter Sekunde hatten sich Ende 2019 die beiden Grossaktionäre von Schmolz + Bickenbach über die Rettung des angeschlagenen Luzerner Stahlherstellers geeinigt. Die Big Point Holding von Amag-Besitzer Martin Haefner und die Liwet Holding, deren grösster Aktionär der russische Investor Viktor Vekselberg ist, willigten ein in eine Kapitalerhöhung im Umfang von mindestens 325 Millionen Franken. Bereits damals war klar, dass diesem Schritt eine grössere Umstrukturierung des Konzerns folgen würde. Unter anderem baut das Unternehmen derzeit am Hauptsitz in Luzern rund 20 Prozent der Stellen ab. Entlassungen werden nicht ausgeschlossen.

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