In der Deutschschweiz sind dies etwa Läden in St. Gallen, Thun, Meiringen, Landquart, Spreitenbach AG oder Allschwil BL.

In der Romandie sind unter anderem Filialen in Martigny, Delémont oder Renens betroffen. Endgültig geschlossen wird nächste Woche auch der Flagship-Store an der Zürcher Sihlstrasse. OVS befindet sich seit Ende Mai in provisorischer Nachlassstundung. In den verbliebenen Läden läuft der Liquidationsverkauf weiter.

Mit Aktionen von bis zu 70 Prozent wird in den Schaufenstern geworben. Der Ausverkauf kam so überraschend, dass nicht mal mehr genug Geld vorhanden war, um Plakate zu drucken. So musste etwa das Personal in Olten selber Hand anlegen und ein leuchtendgelbes Plakat kreieren, das auf den Ausverkauf der Waren hinweist. Momentan noch offen sind 114 Läden, wo der Ausverkauf weiter stattfinden soll. Weitere 9 Läden sind noch nicht von den Liquidationsverkäufen betroffen.

Angestellte anderswo einsetzen

Im internen Mail wird darauf hingewiesen, dass in absehbarer Zeit gewisse Läden schlicht zu wenig Waren haben werden, «um den Liquidationsverkauf kostendeckend weiterzuführen». An einer Sitzung am Donnerstag wurde mit dem Sachwalter vereinbart, dass diese Läden entweder in dieser Woche oder in der nächsten Woche das letzte Mal öffnen werden.

Danach sollen sie definitiv schliessen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass drei Tage nach Verkaufsschluss die Läden endgültig dichtmachen. Die betroffenen Angestellten sollen danach in anderen Läden zum Einsatz kommen, heisst es weiter.

Die italienische Modekette OVS hatte im Jahr 2016 Charles Vögele übernommen. Im vergangenen Jahr hat die Firma 40 Millionen Franken in den Umbau der Läden investiert. Doch die alte Kundschaft von Vögele wurde vergrault und die neue kam zu wenig zahlreich.

Der Schweizer Markt bewies sich für OVS als einiges schwieriger als der italienische. Die Firma zielte auf Jüngere und noch mehr auf günstige Mode bedachte Kunden. Doch in diesem Segment ist die Konkurrenz mit Zara, Chiccore und H&M bereis sehr gross. Zudem hat die Abwanderung von Kunden zu Onlineanbietern wie Zalando den Markteintritt in der Schweiz von OVS erschwert.

Dass die Firma in Schwierigkeiten steckt, zeichnete sich bereits im April ab. OVS versuchte, die Mieten ihrer Verkaufsflächen neu zu verhandeln. Dass es aber so schnell zu Ende gehen wird, war auch für die Gewerkschaft überraschend. Umstrukturierungen seien zwar erwartet worden, doch dass so rasch kein Geld mehr vorhanden war, kam unerwartet. Betroffen von der Pleite sind rund 1150 Angestellte in der ganzen Schweiz.