Award

Pasta des Dulliker Familien-Unternehmens ist ein Exporthit

Maurizio Floccari (l.) und Cemal Cattaneo von «Ppura» mit Ruth Metzler, Verwaltungsratspräsidentin von S-GE.

Maurizio Floccari (l.) und Cemal Cattaneo von «Ppura» mit Ruth Metzler, Verwaltungsratspräsidentin von S-GE.

Schweizer Kulinarik und High-Tech ist im Ausland erfolgreich. Das beweist auch das Dulliker Familienunternehmen «Ppura», welches nun für ihre Pasta, Saucen und Olivenöle mit einem Award in der Kategorie «Step-in» ausgezeichnet wurde.

Auf einer Terrasse in Rom war es vor rund acht Jahren, als sich die Cousins Cemal Cattaneo und Maurizio Floccari gesagt haben: «Warum lassen wir uns nicht die Rezepte von unseren Mamas geben und kochen diese nach?»

Zu gut kochten Lina und Luisa, zu gross war die Lust ihrer Söhne nach dem Auszug von zu Hause, mit Mamas Geheimnissen nicht nur Pasta und Sauce herzustellen, sondern auch die Welt zu erobern. Gesagt, getan. Die beiden gaben ihre Karriere auf und gründeten 2009 im solothurnischen Dulliken Ppura. Ein Familienunternehmen, das in traditioneller Handarbeit Pasta aus Bio-Hartweizen, Pesto-Saucen sowie Olivenölen fabriziert.

Es hat sich gelohnt: Ppura wurde am Donnerstag im Rahmen des Aussenwirtschaftsforums von Switzerland Global Enterprise (S-GE) – der ehemaligen Osec – mit dem Export Award in der Kategorie «Step-in» ausgezeichnet. S-GE berät und unterstützt Schweizer KMU unter anderem bei Exportvorhaben und verfügt über Bundesmittel von 30 Millionen Franken (siehe Interview rechts). Ppura habe einen fulminanten Markteintritt hingelegt – trotz Frankenstärke und hartem Detailhandel in Deutschland, so das Urteil der Fachjury.

Im Haifischbecken erfolgreich

Ppura exportiert rund 80 Prozent ihrer Produkte, hauptsächlich nach Deutschland. Dort beliefert die Firma zirka 1500 Bio-Läden erfolgreich, darunter auch die in der Schweiz bekannte Kette Alnatura. 2014 gewann Ppura die Auszeichnung als Bio-Marke des Jahres, gleichzeitig konnte sie einen Umsatz im siebenstelligen Frankenbereich erzielen. Ein Erfolg fernab der Heimat.

Für eine neue Marke sei es fast unmöglich, in den Schweizer Markt einzudringen, erklärt Cemal Cattaneo. Zwar gleiche der Markt in Deutschland einem Haifischbecken, dennoch setzt Ppura auf den Trend zu echten Produkten, zu «Slowfood». Und hat damit Erfolg.

Ihre Waren stellt die Firma nicht in Dulliken, sondern in der südostitalienischen Region Apulien her. So sei man «direkt an der Quelle». Sprich, wo hochwertige Tomaten und auserlesener Weizen wachsen: «Das Hirn ist in Dulliken, Herz und Hände sind in Apulien.»

Nicht nur Kulinarik wurde ausgezeichnet, auch Hightech. Die auf Bahn- und Tunnelvermessung sowie Tunnelseismik spezialisierte Firma Amberg Technologies aus Regensdorf ZH gewann den Export Award in der Kategorie «Success» für ihren langfristigen Erfolgsexport – besonders in China. Amberg Technologies sei ein Beispiel dafür, wie ein Schweizer Produkt die Bedürfnisse einer neuen wachsenden Mittelschicht bedient, so die Experten.

Interessant: Von den sechs Finalisten des Export Award stammen fünf aus dem Einzugsgebiet der «Nordwestschweiz».

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