«Paradeplatz»
Die Rezeptur von Economiesuisse, die Ausschlafpläne von SBB-Chef Ducrot – und wieso Erbsen auch irgendwie Fleisch sind

Ein Blick auf die etwas anderen Wirtschaftsgeschichten der Woche: Die neuesten «Paradeplatz»-Meldungen.

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Christoph Maeder, Präsident von Economiesuisse, bei der Jahresmedienkonferenz von Economiesuisse, am Donnerstag, 3. Februar, 2022 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Christoph Maeder, Präsident von Economiesuisse, bei der Jahresmedienkonferenz von Economiesuisse, am Donnerstag, 3. Februar, 2022 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Anthony Anex / KEYSTONE

Das hat uns noch gefehlt: Nun mischt sich auch noch Economiesuisse in die Gesundheitspolitik ein. In einem diese Woche publizierten Paper fordert der von Christoph Mäder präsidierte Wirtschaftsdachverband eine «nachhaltiger ausgestaltete Gesundheitspolitik», die sich an den Regeln guter Regulierungspraxis orientiere, Wettbewerb, Transparenz und Innovation fördere sowie die Selbstverantwortung stärker gewichte. An der Nichtreformierbarkeit des schweizerischen Gesundheitssystems werden auch diese Worthülsen aus dem Ökonomielehrbuch nichts ändern. Das wiederum dürfte Economiesuisse nicht allzu sehr grämen, denn der Spitzenverband der Wirtschaft ist sich ja – wie der Blick auf den Abstimmungskalender zeigt – Niederlagen gewohnt.

SBB-Chef, Westschweizer: Vincent Ducrot.

SBB-Chef, Westschweizer: Vincent Ducrot.

Keystone

Die SBB wollen ab Dezember mehr Verbindungen für Freizeitreisende anbieten. Dazu gehören zwei direkte Intercitys von Genf nach Chur am Wochenende. Der erste soll wohl um zwanzig vor neun in der Rhonestadt starten, der zweite gegen Mittag. Böse Zungen behaupten, das sei die Folge des Westschweizer Vincent Ducrot an der SBB-Spitze: Der gemeine Deutschschweizer Wanderer ist schon längst in den Bergen, wenn der Romand noch auf dem Weg zum Bahnhof ist.

«Wenn Schlachthäuser Glaswände hätten, wären alle Vegetarier»: Kaum eine Diskussion über Sinn und Unsinn von fleischloser Ernährung, an der dieser geflügelte Satz nicht gefallen wäre. Das Start-up Planted aus Kemptthal ZH, das jüngst seine Produktionskapazitäten für pflanzliches Poulet aus Erbsen verdoppelt hat, macht nun ernst. In den Hallen in der ehemaligen Maggi-Fabrik wird hinter Glas Poulet-Alternative produziert. «Es ist die erste transparente Fleischproduktion, die der Öffentlichkeit zugänglich ist», heisst es in einer Medienmitteilung. Wobei die alteingesessene Fleischindustrie ja in Abrede stellen würde, dass es sich bei der Verarbeitung von Erbsen um Fleischproduktion handelt.

Und zu guter Letzt darf die wöchentliche Alkoholpegelstandsmeldung nicht fehlen: Scharen sind im Vorfeld der heiss diskutierten Migros-Abstimmung nicht beigetreten, aber die Genossenschaften konnten doch ein paar Prominente als Mitglieder hinzugewinnen. So ist etwa Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried seit kurzem Genossenschafter bei der Migros Aare. Da sage noch einer, die Berner seien immer die letzten.

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