Bahnunfall

Nach Tod eines Mitarbeiters: SBB beauftragen Deutsche Bahn mit Modernisierung des Unfallwagentyps

Nach dem tragischen Unfalltod eines Zugbegleiters hat die SBB bei Sonderkontrollen am betreffenden Wagentyp Defekte und versteckte Mängel an den Türen gefunden.

Nach dem tragischen Unfalltod eines Zugbegleiters hat die SBB bei Sonderkontrollen am betreffenden Wagentyp Defekte und versteckte Mängel an den Türen gefunden.

Die SBB haben die Deutsche Bahn mit der Modernisierung des Wagentyps EW IV beauftragt. Vor zwei Wochen war ein Zugbegleiter am Bahnhof Baden wegen eines defekten Einklemmschutzes an diesem Wagentyp mitgeschleift worden und ums Leben gekommen.

Erst vergangene Woche waren nach Kontrollen am EW IV Defekte und versteckte Mängel an fünf Türen gefunden worden: Der Einklemmschutz funktionierte nicht.

Die Defekte sind brisant, weil nach ersten Erkenntnissen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) auch beim Unfallwagen der Einklemmschutz nicht funktionsfähig war: Vor zwei Wochen war ein Zugbegleiter am Bahnhof Baden deswegen ums Leben gekommen

SBB: Unfälle an Türen auch künftig nicht ausgeschlossen

Am vergangenen Mittwoch haben die SBB die Medien über Türdefekte informiert und die Mechanismen der betroffenen Türen demonstriert. Im Video gibt Linus Looser, Leiter Bahnproduktion, detailliert Auskunft.

Die SBB führen seit 2017 Modernisierungsarbeiten am Wagentyp EW IV durch, wie sie am Montag mitteilten. Insgesamt werden demnach 203 der 496 Einheiten für 90 Millionen Franken komplett überholt. Die Arbeiten an 93 Wagen haben die SBB nun am Montag an die Deutsche Bahn vergeben.

Die Sonderkontrollen der 496 Wagen des Typs EW IV werden laut SBB voraussichtlich sechs bis sieben Wochen dauern. Pro Tag würden 10 bis 15 Wagen kontrolliert. Im Gegensatz zur alle sieben bis zehn Tage stattfindenden einfachen Grundkontrolle werden nun sämtliche Sicherheitselemente der Einstiegstüren kontrolliert.

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