Kommentar

Nach dem Einfrieren folgt ein neuer Schock für die Wirtschaft

Schrittweise Aufhebung des Lockdown: Die Coiffeurgeschäfte gehören zu den ersten, die wieder öffnen dürfen. (Archivbild)

Schrittweise Aufhebung des Lockdown: Die Coiffeurgeschäfte gehören zu den ersten, die wieder öffnen dürfen. (Archivbild)

Das Seco rechnet wegen dem Stillstand wegen des Coronavirus mit dem «stärksten Rückgang seit Jahrzehnten», was das Bruttoinlandprodukt angeht. Dies ist ein Eingeständnis, dass nach dem Auftauen doch Schäden zurückbleiben.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) prognostiziert einen Einbruch des Bruttoinlandprodukts von 6,7 Prozent. Umgerechnet würden sich rund 50 Milliarden Franken an wirtschaftlicher Wertschöpfung in Luft auflösen. Das Seco spricht vom «stärksten Rückgang seit Jahrzehnten». Blickt man zurück, gab es zuletzt in der Erdölkrise der 70er-Jahre einen genau gleich grossen Einbruch.

Man könnte sich damit trösten, dass der Einbruch zur Strategie gehört. Die Schweiz entschloss sich, die Wirtschaft stillzulegen, um so das Virus zu bekämpfen. Danach sollte die Wirtschaft hochgefahren werden. Dabei sollte sie möglichst wenig beschädigt werden. Ökonomen sprechen von Einfrieren und Auftauen.

Die Prognose des Seco ist ein Eingeständnis, dass nach dem Auftauen doch Schäden zurückbleiben. Was im Jahr 2020 an Wertschöpfung verloren geht, wird auch 2021 noch nicht aufgeholt sein. Auf das Einfrieren folgt ein neuer Schock. Die Seco-Experten sprechen von fehlender Nachfrage, weil es im Inland gewaltige Einkommensverluste gab. Die Krise im Ausland wird diesen Schock verstärken. Damit geht der Kampf gegen die Krise in eine neue Phase.

Dabei ist unbestritten: Investitionen in das Rückverfolgen von Ansteckungsketten versprechen gewaltige Vorteile für die ganze Gesellschaft. So lässt sich das Virus bekämpfen, ohne die Wirtschaft bremsen oder gar wieder stilllegen zu müssen.

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