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Die Influencer des Schweizer Fernsehens: Von den künftigen Fischlins erwarten wir, dass wir ihnen glauben können

Was wir von den künftigen Franz Fischlins erwarten: Dass wir ihnen vertrauen können.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Er geht: «Tagesschau»-Anchor Franz Fischlin.

Er geht: «Tagesschau»-Anchor Franz Fischlin.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Bernard Shaw war einer der Ersten seiner Zunft. Als Hauptmoderator führte er in den 1980er-Jahren durch die Nachrichtensendungen von CNN. Gab es zuvor bloss den Nachrichtensprecher, der emotionsfrei, ja unpersönlich die Nachrichtenlage verlas, nahm Shaw als «Anchorman» die Zuschauer an die Hand. Die TV-Informationen erhielten eine neue Währung für Glaubwürdigkeit.

Mit «10vor10» kam diese Form in die Schweiz. Walter Eggenberger, Jana Caniga und später Stephan Klapproth waren die prägenden Figuren – und in den vergangenen Jahren: Franz Fischlin. Doch dieser hat nun genug Bildschirmpräsenz gehabt und kündete diese Woche seinen Rückzug an.

Shaw und seine Epigonen sind Influencer avant la lettre. Die Social-Media-Figuren spielen sich in den Vordergrund, um Produkte und Lebensstile zu verkaufen. «Anchors», so die genderkorrekte Bezeichnung, vermitteln Informationen.

In seinem Standardwerk «Die Psychologie des Überzeugens» hat Robert Cialdini die sechs Grundprinzipien beschrieben, die zum erfolgreichen Geschäft beider Gattungen gehören. Wer überzeugen will, der oder die muss Sympathie und Autorität ausstrahlen, aber auch Konsistenz und soziale Bewährtheit. Wer dies aufbringen kann, dem oder der wird geglaubt. Und das ist, was wir auch von den künftigen Fischlins erwarten: Dass wir ihnen glauben können, dass schon seine Relevanz und Richtigkeit hat, was sie uns erzählen.

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