Mammut

Mammutwar es nicht kalt genug

Mammut leidet: Eine dreilagige Gore-Tex-Jacke wirft mehr Profit ab als ein Sommer-T-Shirt.PHOTOPRESS/Mammut

Mammut leidet: Eine dreilagige Gore-Tex-Jacke wirft mehr Profit ab als ein Sommer-T-Shirt.PHOTOPRESS/Mammut

Outdoor Der Alpinsport ist nicht mehr Nische, sondern Lifestyle – das spürt Mammut

Vor rund 4000 Jahren starb das Mammut aus. Ob der wollhaarige Urelefant aufgrund übermässiger Bejagung oder aber wegen des Endes der Eiszeit ausstarb, ist noch heute umstritten.
Die Seoner Outdoor-Bekleidungsfirma Mammut steht ebenfalls am Scheideweg: Der schneearme, warme Winter und der gesättigte Outdoor-Markt in Europa setzen der Marke deutlich zu. Insgesamt musste die Mammut Sports Group eine Umsatzeinbusse von 14,6 Millionen Franken auf 235,3 Millionen Franken hinnehmen. Der Gewinn schmolz von 20,8 Millionen im vergangenen Jahr auf 0,1 Millionen.

Das zum Mischkonzern Conzzeta gehörende Unternehmen steht vor also grossen Herausforderungen. So sagte Conzzeta-CEO Michael Willome gestern an der Jahresmedienkonferenz in Zürich: «Der in US-Dollar gerechnete Einkauf, der Export in Euro und die Preisrabatte in der Schweiz – wegen des Frankenschocks – belasten das Ergebnis 2015 von Mammut deutlich.»

Mehr Wettbewerb

Aber nicht nur der starke Franken belastet das saisonal abhängige Bekleidungsgeschäft. Ganz allgemein zeichnet sich in der Outdoor-Industrie gemäss Konzernleitung ein rückläufiges Wachstum ab – der Markt in Europa zumindest sei gesättigt. Dagegen wachsen die Umsätze in China, Korea, Chile und den USA teils im zweistelligen Prozentbereich. Maues Wachstum für die Branche bestätigen auch die ersten Zahlen für 2015 der European Outdoor Group. Gemäss ihrer Umfrage verzeichnen 73 Prozent der Mitglieder ein Wachstum von rund 2,5 Prozent. Der Rest wächst langsamer. Auch das Bild der Wintersaison 2015/16 fällt im Europavergleich durchwachsen aus. Rund 36 Prozent der elf befragten grossen Einzelhändler verbuchten einen Umsatzrückgang.

Optimistisch in die Zukunft

Gemäss der European Outdoor Group aber bleiben die Händler für 2016 zuversichtlich: Insgesamt steige nämlich der Gesamtwert der verkauften Waren, da die Kunden bereit sei-
en, für innovative Produkte mehr Geld auszugeben. Der nach wie vor eher hochmargige Markt zieht offenbar neue Konkurrenten an. «Auch grosse etablier-
te Sportartikelhersteller steigen ins attraktive Geschäft ein und verschärfen damit den Wettbewerb», sagt Willome. Der zunehmende Druck im Outdoor-Markt zwingt die Mammut Sports Group, neue Kundensegmente zu erschliessen. Deshalb soll sich die klassische «absolute alpine» Strategie von Mammut zur alpinen Lifestyle-Philosophie wandeln. Dabei wichtig ist: Mammut will im Premiumsegment bleiben. Die Produktpalette werde deshalb seit Anfang Jahr schrittweise für ein breiteres Kundensegment erweitert, erklären die Verantwortlichen. Der nächste Meilenstein steht nach Ostern an; dann gehe der Mammut-Webshop online.

Meistgesehen

Artboard 1