Der von Comparis in seinem neuen Hypotheken-Barometer erhobene Richtsatz für zehnjährige Hypotheken belief sich per Ende Juni auf 1,10 Prozent nach 1,20 Prozent per Ende März. Er liegt damit so tief wie noch nie, teilte der Vergleichsdienst am Donnerstag mit. Der Richtsatz für fünfjährige Hypotheken ist derweil nur um 2 Basispunkte auf 0,95 Prozent zurückgekommen.

Damit betrug die Zinsdifferenz zwischen fünf- und zehnjährigen Hypotheken gerade noch 15 Basispunkte oder 0,15 Prozent, stellte Comparis fest. Vor Jahresfrist habe die Zinsdifferenz noch rund 45 Basispunkte betragen.

Auch die Richtsätze für zweijährige Hypotheken sind im Vergleich weniger stark geschrumpft und kamen bei 0,88 Prozent zu liegen (Ende März 0,92 Prozent). Damit betrug die Differenz zwischen zweijährigen und zehnjährigen Festhypotheken gerade noch 22 Basispunkte gegenüber 60 Basispunkten vor einem Jahr.

Verkehrte Welt

Dass Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken in Griffnähe der Richtzinsen für fünf- oder gar zweijährige Festhypotheken gerückt sind, sei eine "verkehrte Welt", stellt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp in der Mitteilung fest. Bislang hätten Kunden für langjährige Hypotheken immer einen markanten Risikoaufschlag bezahlen müssen.

Der Comparis-Experte rechnet allerdings damit, dass die teureren Anbieter ihre Richtzinsen noch weiter nach unten anpassen. In den kommenden Quartalen könnte bei den zehnjährigen Festhypotheken damit gar die psychologische Marke von 1 Prozent unterschritten werden, prognostiziert er.