Tourismus

Kuoni-Chef Peter Meier muss nach Millionenverlust gehen – 350 Stellen gestrichen

Peter Meier ist nicht mehr Chef der Kuoni-Gruppe.

Peter Meier ist nicht mehr Chef der Kuoni-Gruppe.

Nach einem weiteren Quartalsverlust leitete der Reisedienstleister Kuoni einen umfassenden Umbau ein. So werden im Bereich der Gruppenreisen 350 Vollzeitstellen abgebaut und die Konzernspitze ausgewechselt.

Nach einem weiteren Quartalsverlust leitete der Reisedienstleister Kuoni einen umfassenden Umbau ein. So werden im Bereich der Gruppenreisen 350 Vollzeitstellen abgebaut und die Konzernspitze ausgewechselt.

Nach dem Verkauf des Reisebürogeschäfts zeigt die Kuoni Group einige Anlaufschwierigkeiten. Das Geschäft mit Visas (VFS Global) und mit Hotelübernachtungen (Global Travel Distribution GTD) konnten sich im dritten Quartal gegenüber der Vorjahr steigern. Das Geschäft mit Gruppenreisen (Global Travel Services GTS) jedoch schreibt weiterhin Verluste.

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«Verkauf an Rewe als Gesamtlösung in einem Schritt»: Kuoni-CEO Peter Meier im Juni 2015.

Dieser Bereich, der vor allem unter einem Nachfragerückgang in Japan leidet, soll darum umfassend restrukturiert werden, wie Kuoni Group am Donnerstag mitteilte.

So sind verschiedene Standortverlagerungen und ein Abbau von rund 350 Vollzeitstellen geplant. Dieser Abbau soll gemäss Mitteilung über natürliche Fluktuation aber auch Kündigungen erfolgen. Mit diesem Restrukturierungsprogramm soll die Kostenbasis um über 30 Millionen Franken reduziert werden.

Gleichzeitig teilte die Kuoni Group mit, dass die Konzernspitze umfassend umgebaut wird. So muss der bisherige Unternehmenschef Peter Meier seinen Posten räumen. Er wird durch Zubin Karkaria, den bisherigen Leiter der Division VFS Global ersetzt. Neue Finanzchefin wird Prisca Havranek-Kosicek.

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Um den neuen Anforderungen des verkleinerten Konzerns gerecht zu werden, soll auch die Zusammensetzung des Verwaltungsrates angepasst werden. Anlässlich der nächsten Generalversammlung soll das Gremium von sieben auf sechs Mitglieder verkleinert werden. Wer neu in den Verwaltungsrat kommen soll und wer in verlässt, gibt Kuoni Group gemäss Mitteilung später bekannt.

121 Millionen Franken Verlust

Die Kuoni Group hat bei den fortgeführten Aktivitäten von Juli bis September mit 1,96 Milliarden Franken einen fast genau gleich hohen Nettoerlös wie in der Vorjahresperiode erreicht. Ohne Akquisitionen und Verkäufe sei jedoch ein Wachstum von 8 Prozent erreicht worden. Dies teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Damit sieht sich der deutlich verkleinerte Reisekonzern mit der neuen Geschäftsstrategie auf dem richtigen Weg. Insgesamt bestätigten die Ergebnisse des dritten Quartals die neue Ausrichtung von Kuoni Group, heisst es in der Mitteilung.

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Beim Betriebsgewinn (Ebit) jedoch musste das Unternehmen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Gegenüber dem Vorjahresquartal halbierte er sich annähernd auf 19,0 Millionen Franken. Während das Geschäft mit Hotelübernachtungen (Global Travel Distribution GTD) sich gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich steigern konnte und das Visageschäft (VFS Global) einen Gewinnrückgang hinnehmen musste, schrieb das Geschäft mit Gruppenreisen (Global Travel Services GTS) einen Verlust von 12,7 Millionen Franken.

Kuoni Group leidet in diesem Geschäftsfeld weiterhin unter einer stockenden Nachfrage in Japan. Das Ergebnis von GTS wurde jedoch auch von Wertberichtigungen um Umfang von 16,4 Millionen Franken und durch Kosten von 3 Millionen Franken für die Anpassung der IT-Struktur belastet.

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet der Reisedienstleister ein bereinigtes Betriebsergebnis von 50 Millionen Franken oder höher. Das liegt gemäss Mitteilung über den bisher kommunizierten Erwartungen. Restrukturierungskosten der Division GTS sowie Kosten für die Reduktion der Support- und Konzernfunktionen werden jedoch das Ergebnis im vierten Quartal mit insgesamt 20 Millionen belasten. Nicht bereinigt wird darum nur ein Betriebsergebnis für das Gesamtjahr von 11 Millionen Franken erwartet.

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