Credit Suisse

Krankgeschriebener CS-Topmanager schippert über die Weltmeere

(Symbolbild)

Eine Riesen-Yacht in der Karibik

(Symbolbild)

Eine Aussage vor dem US-Senat verweigerte Rolf Bögli, der Chef der Vermögensverwaltung für Superreiche bei der Credit Suisse. Er ist offiziell krank geschrieben. Doch der Mann kuriert sich auf einem Segelturn von den Kanaren in die Karibik.

Auf diese Schlagzeilen hätte Rolf Bögli gerne verzichtet. Erst hiess es im November überraschend: Der 50-jährige Chef der Vermögensverwaltung für Superreiche bei der Credit Suisse (CS) gebe seinen Job aus gesundheitlichen Gründen auf Ende 2013 ab.

Er plane, hiess es, zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukehren. Er ist weiter bei der CS angestellt.

Ende Februar erschien der Rücktritt in einem neuen Licht: Ein Untersuchungsbericht von US-Senator Carl Levin warf der Zürcher Grossbank vor, bei der Verbuchung von Neugeldern getrickst zu haben. Im Zentrum der Vorwürfe stand – Rolf Bögli.

Er hätte in E-Mails darauf gedrängt, Milliardenbeträge umzubuchen. Von den Neugeldzuflüssen hängt auch die Höhe der Boni der Manager ab.

Bei der Anhörung vor dem Senatsausschuss in der vergangenen Woche bedauerten die CS-Vermögensverwaltungschef Hans-Ulrich Meister und CS-CEO Brady Dougan die E-Mails.

Rolf Bögli hatte gemäss US-Senator Carl Levin eine Aussage vor dem US-Senat verweigert. Die CS jat deswegen eine interne Überprüfung der Prozesse eingeleitet.

«Nicht immer einfach»

Jetzt kommt aus: Rolf Bögli geht es offensichtlich besser. Er traf am 6. Januar auf Teneriffa ein, zusammen mit seiner Frau.

Hier wartete die «Vision» auf die beiden. Die 13,4 Meter lange und 4,4 Meter breite Schiff, eine «Sun Odyssey 45DS» der Werft Jeanneau.

Am 10. Januar stechen die beiden mit einem weiteren Segler in See. Via Kapverden segeln sie über den Atlantik. Das Ziel ist die Karibik.

Blogger Thierry schildert alle Details des Törns im Internet. «Auch als Crew eine schöne Zeit», schwärmt der Seebär. «Nicht immer» sei es einfach gewesen: «Besonders, wenn’s stürmt und man den eigenen Ängsten begegnet.»

Alles habe geklappt: «Traumhafte Ankunft in Man of War Bay» bei Charlotteville auf Trinidad und Tobago. Das war am 2. Februar.

Auf dem Atlantik hätten sie während vierwöchigen Überfahrt gerade mal zwei Segelschiffe gesehen: «Eines sehr nahe, mit einer sehr mitgenommen aussehende Crew.»

Die mit dem Blog «visionofwind» hochgeladenen Bilder zeigen: Rolf Bögli hat sein Burnout zumindest auf See überwunden.

Auch bei rauher See steht er am Ruder und trotzt Wind und Wellen. Nach der Ankunft auf Trinidad seien er und seine Frau nach Barbados und Mustique weitergereist.

Am 13. Februar segelten die Freunde weiter nach Grenada «Hart am Wind», schreibt der Blogger: «Sehr hart. Wollten wegen einer Piraterie-Warnung Distanz zu Venezuela halten. Die «Vision» stampft, rollt wütet.»

Ein echtes Abenteuer halt. Am 20. Februar seien die Böglis aus der Karibik abgeflogen. Sie waren für die «Nordwestschweiz» nicht erreichbar. Ein Sprecher der CS wollte sich zu dieser Angelegenheit ohne Angaben von Gründen nicht äussern.

Meistgesehen

Artboard 1