UBS-Chef
Kandidatenkarussell am Paradeplatz: Einer von ihnen könnte neuer UBS-Chef werden

Die Grossbank muss sich auf den Fall vorbereiten, dass sie ihren aktuellen CEO Ralph Hamers nicht mehr halten kann. Denn gegen den wird in den Niederlanden ermittelt. Wer könnte auf ihn folgen? Wir stellen vier mögliche Kandidaten vor.

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Wer geht hier künftig als Chef ein und aus? UBS-Hauptsitz am Paradeplatz.

Wer geht hier künftig als Chef ein und aus? UBS-Hauptsitz am Paradeplatz.

Keystone

Gegen UBS-Chef Ralph Hamers läuft in den Niederlanden eine Strafuntersuchung. Der Manager steht im Verdacht, in seinem früheren Job als CEO der niederländischen Bank ING die Vorschriften im Bereich der Geldwäscherei-Abwehr verletzt zu haben. Kommt es zu einer Anklage, dürfte Hamers bei der UBS nicht mehr zu halten sein. Noch geniesst der UBS-Chef die Unschuldsvermutung. Aber die grösste Schweizer Bank muss sich auf den Eventualfall vorbereiten und ihre Fühler nach möglichen Nachfolgern ausstrecken. Das sind vier mögliche Kandidaten:

Jean Pierre Mustier, CEO Unicredit

Jean Pierre Mustier

Jean Pierre Mustier

Keystone

Der 59-jährige Franzose hat im Dezember seinen Rücktritt angekündigt, nachdem die Politik zunehmend Druck auf die grösste italienische Bank ausübte, das vom Staat gerettete toskanische Traditionsinstitut Monte dei Paschi zu übernehmen. Mustier, ein ehemaliger Fallschirmgrenadier, gilt als harter Manager, der seine Truppe mit gutem Beispiel anführt. Als er 2016 bei Unicredit anheuerte war die Bank kapitalmässig ausgemergelt und organisatorisch verzettelt. Mustier hat mit harter Hand aufgeräumt und Unicredit wieder fit gemacht. Vor dem Wechsel nach Italien war Mustier lange Zeit für die französische Grossbank Société Générale tätig. Dort leitete er unter anderem die wichtige Investment-Banking-Sparte. Sein Vertrag läuft im Prinzip noch bis im April. In Mailand wird die Bekanntgabe eines Nachfolgers aber schon im Februar erwartet.

Andrea Orcel, kein Job zur Zeit

Andrea Orcel

Andrea Orcel

Keystone

Der 57-jährige Italiener hatte 2018 als heisser Kandidat für die Nachfolge von Sergio Ermotti gegolten. Doch dann lockte ein lukratives und prestigeträchtiges Angebot, Chef der spanischen Grossbank Santander zu werden. Orcel schlug ein und reichte im September 2018 seine Kündigung ein. Doch wenige Monate später, noch bevor er die Stelle in Madrid antreten konnte, wurde Orcel entlassen. Zu hohe Gehaltsansprüche, lautete die Begründung. Seither kämpft der Manger allein um finanzielle Ansprüche aus jener Zeit und vor allem bemüht er sich um ein Comeback in der Finanzindustrie. Der gelernte Investment Banker der sieben Jahre für die UBS tätig war, gilt gerade als Favorit auf Mustiers Posten bei Unicredit. Sein Problem ist, dass er für die Italiener zu teuer sein könnte. Mustier hatte sich 2019 mit einem Jahresgehalt von 1,2 Millionen Euro begnügt. Für die UBS sind Orcels Gehaltsansprüche eher ein Vorteil. Die Bank zahlt locker zweistellige Millionengehälter.

Iqbal Khan, Geschäftsleitungsmitglied UBS

Iqbal Khan.

Iqbal Khan.

Keystone

Der 45-jährige Schweizer war Shooting-Star auf dem Schweizer Finanzplatz. Bei der Credit Suisse stand er als Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter der internationalen Vermögensverwaltung hoch im Kurs – bis die unsägliche Überwachungsaffäre seinem Aufstieg der Credit Suisse ein abruptes Ende setzte. Doch Khan’s Talente waren auch dem damaligen UBS-Chef Sergio Ermotti nicht entgangen. Der Tessiner holte Khan im Herbst 2019 zur UBS machte ihn gleich selbst zu einem seiner möglichen Nachfolger. Seit einiger Zeit ist es ruhiger geworden um Khan. Das kann für eine allfällige Bewerbung als CEO durchaus ein gutes Zeichen sein.

Sabine Keller-Busse, UBS Schweiz Chefin

Sabine Keller-Busse

Sabine Keller-Busse

zvg

Sabine Keller-Busse galt bereits vor Jahresfrist als potenzielle Nachfolgerin von Sergio Ermotti. Sie war als COO faktisch bereits die Nummer zwei der Grossbank. In dieser Position im Maschinenraum der UBS ist sie für gut 25 000 Mitarbeiter zuständig. Der UBS -Verwaltungsrat entschied sich dann aber bekanntlich anders und setzte mit Hamers auf einen Manager, der bereits eine grosse Bank geführt hatte. Diese Erfahrung fehlt Keller-Busse. Noch. Denn per 1. Februar übernimmt sie die Verantwortung für das Schweiz-Geschäft der UBS von Axel Lehmann, der abtritt. Dieser geplante Wechsel spricht denn auch gegen eine weitere Beförderung der 55-Jährigen zur CEO.