Schmolz + Bickenbach

Kampf um Schmolz + Bickenbach geht in die nächste Runde

Der russische Investor Viktor Vekselberg (Archiv)

Der russische Investor Viktor Vekselberg (Archiv)

Der Kampf um den Stahlkonzern Schmolz und Bickenbach ist nicht gewonnen. Renova übernimmt einen Teil der Aktien der KG und dürfte ein Übernahmeangebot machen.

Freitag Abend, Zeit für ein Feierabendbier. So hatte sich der Verwaltungsrat und die Unternehmensspitze den Ausklang der harten Woche der GV vorgestellt.

Aus dem ruhigen und entspannten Wochenende dürfte nichts werden. Denn am Freitag Abend nach 19 Uhr kündigte Renova, die Investmentgesellschaft des russischen Miliardärs Viktor Vekselberg, den Kauf von 20,46 Prozent der Aktien von Schmolz und Bickenbach an. Zudem meldete Renova eine Gruppenbildung mit den in der zusammengeschlossenen Familienaktionären.

Neue GV in Sicht

Damit geht der Kampf in die nächste Runde. Denn Aufgrund des Aktionärsbindungsvertrages muss ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreitet werden. Dafür hat Renova am Freitag Abend eine Voranmeldung veröffentlicht. Renova und die KG werden den Verwaltungsrat von S+B zeitnah auffordern, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, um weitere Änderungen im Verwaltungsrat vorzuschlagen, heisst es in der Mitteilung der Renova.

Und: Mit einer Beteiligung von 20,46 Prozent wurde Renova zur grössten Aktionärin der S+B. «Damit bekennt sie sich zur S+B: Sie bietet ihre industrielle und finanzielle Expertise an, um das Unternehmen wieder profitabel zu machen» wirbt man in eigener Sache. Renova habe bewiesen, dass sie Unternehmen in der Schweiz und im Ausland erfolgreich restrukturieren kann. «Mit dieser Erfahrung wird ein Mehrwert für das Unternehmen und alle Aktionäre, inklusive der Publikumsaktionäre, geschaffen», versprechen die Investoren weiter.

Offene Fragen

Renova und die KG fordern den Verwaltungsrat auf, «unverzüglich einen konstruktiven Dialog aufzunehmen, um die nächsten Schritte zum Wohle des Unternehmens zu planen. » Dass der Kampf nach der GV vom Freitag nicht vorbei sein würde, hatte sich abgezeichnet. «Erstaunlich ist, dass dem Verwaltungsrat die Decharge verweigert wurde, was seine Position nicht gerade stärkt», sagt Helga Kern vom Research-Unternehmen KK Research. «Und dies obwohl über 20 Prozent der Stimmen der Altaktionäre neutralisiert wurden.»

Erstaunlich sei laut Kern weiterhin, dass die «Jagdausflüge», die in der Oeffentlichkeit für einen Aufschrei sorgten und das frühere Management rsp. VR-Mitglieder unmöglich machten, vom VR abgesegnet wurden, wenn man der Berichterstattung von der GV glauben darf. «Dies hat dem Ruf des VR geschadet», sagt Kern. «Spannend ist nun, ob sich Renova dennoch mit dem ursprünglich geplanten Stimmenanteil beteiligt und wann eine Uebernahmepflicht besteht.»

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