Neubesetzung
Josef Ackermann wird Verwaltungsrat bei Vekselberg-Gesellschaft

Der russische Investor holt sich mit dem Schweizer Top-Banker und dem Ex-Siemens-Chef Peter Löscher illustre neue Verwaltungsratsmitglieder in seine Investmentgesellschaft

Matthias Niklowitz
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Joe Ackermann wird neuer Verwaltungsrat von Renova (Archivbild).

Joe Ackermann wird neuer Verwaltungsrat von Renova (Archivbild).

Keystone

Die Renova Management AG (RMAG), die Gesellschaft, mit welcher der russische Investor Viktor Vekselberg sein Firmenimperium ausserhalb Russlands verwaltet, bekommt neue Strukturen: Ein neu bestellter Verwaltungsrat soll Vekselberg unterstützen. «RMAG wird sich hauptsächlich auf das Management des bisherigen internationalen Vermögens der Renova Gruppe (insbesondere, OC Oerlikon AG und Sulzer AG), aber auch auf lange Sicht neue Vermögenswerte der Gruppe, bei welchen RMAG ihre strategischen Fähigkeiten als industrielle Investorin in relevanten Industriebereichen einbringen kann, konzentrieren», wie es in einer am Mittwochnachmittag verschickten Mitteilung der RMAG heisst.

Professionelle Strukturen

Laut Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, heisst das: Erweiterung und Verbreiterung des bisherigen Beteiligungsportfolios, das seinen Schwerpunkt in der Schweiz hat, auf weitere Länder. Der neu geschaffene Verwaltungsrat soll die Führung der RMAG auf eine breitere Basis stellen, wie es weiter heisst. Dabei sei auch darauf geachtet worden, dass die neuen Verwaltungsratsmitglieder jeweils spezifisch Erfahrungen einbringen würden. Es sind keine Full-Time-Positionen.

Banker und Industriekapitän

Die beiden weitaus bekanntesten neuen Mitglieder im Verwaltungsrat der RMAG sind Josef Ackermann und Peter Löscher.

Josef Ackermann ist derzeit unter anderem Verwaltungsratsmitglied der Royal Dutch Shel. Er war von 2006 bis 2012 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Von 2010 bis 2012 war er Vizepräsident des Verwaltungsrats der Zurich Insurance. Von Juni 2012 bis August 2013 war er in der Versicherung mit Sitz in Zürich Verwaltungsratspräsident. Er trat nach dem Suizid des Finanzchefs von Zurich zurück. Ackermann war am Mittwoch nicht erreichbar.

Teurer Abgang

Peter Löscher war von 2007 bis 2013 Siemens-Chef. Dort verlor er im letzten Sommer nach einer etwas undurchsichtigen, teilweise über die Medien ausgetragenen Palast-Intrige seinen Job.

«Für mich ist das eine einzigartige Möglichkeit, ein unternehmerisches Engagement einzugehen und gleichzeitig meine internationale Erfahrung aus bisherigen Managementaufgaben in Asien, Europa und Nordamerika einzubringen», sagte Löscher gegenüber der österreichischen «Kleinen Zeitung».

Weitere Expansion geplant

Laut einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen» soll er bis zu 30 Millionen Euro Abfindung kassiert haben.

Bei Renova wollte man sich auf Anfrage dazu nicht äussern. Die weiteren Mitglieder im neuen RMAG-Verwaltungsrat sind Orit Gadiesh, Vorstandsvorsitzende der Bain & Company und Vladimir Kuznetsov, Chief Strategy Officer der Renova Gruppe und langjähriger Vertrauter von Vekselberg.

Aus der Pressemitteilung geht hervor, in welche Richtung die Reise geht: Die RMAG werde mit ihrem neuen illustren Verwaltungsrat «den Fokus auf die nächste Phase der Entwicklung, des weiteren Wachstums und der internationalen Expansion sicherstellen».

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