Rohstoffe

Glencore fördert 2018 deutlich mehr Kupfer und Kohle

Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma Glencore in Baar (Archivbild).

Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma Glencore in Baar (Archivbild).

Der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Kupfer, Kohle, Nickel und Kobalt gefördert. Dagegen ging die Förderung von Öl, Zink, Silber und Gold zurück.

Die eigene Kupferproduktion kletterte um 11 Prozent an auf 1,45 Millionen Tonnen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Produktionsbericht von Glencore hervorgeht. Das Plus sei vor allem der Wiederaufnahme der Tätigkeiten in der Mine Katanga in der Demokratischen Republik Kongo zu verdanken.

Dagegen wirkte sich das Auslaufen der Förderung in der argentinischen Mine von Alumbrera negativ aus. Diese ist erschöpft.

Ebenfalls wegen des Hochfahrens von Katanga schoss die Kobaltproduktion gar um über die Hälfte auf 42'200 Tonnen hoch. Die aktuelle Kobaltproduktion von Katanga wird laut Glencore vorübergehend auf dem Gelände gelagert, bis eine langfristige Lösung für die Entfernung zu hoher Uranwerte in diesem Kobalt eingeführt wird.

Mehr Kohle gefördert

Die Produktion von Kohle erhöhte sich um 7 Prozent auf 129,4 Millionen Tonnen. Dazu trugen die zugekauften Beteiligungen an zwei australischen Minen im Mai und August bei.

Überdies erholte sich die Produktion in Australien von den wetterbedingten Unterbrüchen im Vorjahr, als der Wirbelsturm Debbie gewütet hatte. Bei der kolumbianischen Prodeco-Gruppe dagegen wurde die Produktion um ein Fünftel zurückgefahren, um Produktion und Kosten zu optimieren.

Die Ferrochrom-Menge stieg um 3 Prozent auf 1,58 Millionen Tonnen. Ferrochrom wird vor allem zur Herstellung von rostfreiem Stahl genutzt.

Weniger Öl

Dagegen schrumpfte die Zink-Förderung um 2 Prozent auf 1,07 Millionen Tonnen. Man habe die Veräusserung von Zink-Minen in Afrika mit dem Neustart der australischen Mine Lady Loretta im Sommer wettmachen können.

Die Ölförderung sank um 8 Prozent auf 4,6 Millionen Fass. Schuld sei vor allem die natürliche Abnahme auf den Ölfeldern in Äquatorialguinea, wo gut ein Viertel weniger aus dem Boden sprudelte. Dafür wurde in Tschad mehr gefördert.

Für das laufende Jahr erwartet Glencore jedoch, dass die Ölforderung wieder reichlicher ausfällt. Dies sei auf das Wiederhochfahren der Produktion im Tschad zurückzuführen, sagte Sprecherin Sarah Antenore auf Anfrage. Insgesamt will Glencore 6,2 Millionen Fass erreichen. In drei Jahren sollen es bereits 13 Millionen Fass sein.

Beim Kupfer peilt Glencore 1,54 Millionen Tonnen an. Die Kohleproduktion soll 145 Millionen Tonnen erreichen. Auch beim Zink, Blei, Nickel, Ferrochrom und Kobalt will der Zuger Konzern mehr aus dem Boden holen, wie er im Dezember angekündigt hatte.

An der Börse in London ist die Aktie in einem leicht höheren Gesamtmarkt unter Druck, sie verliert 0,6 Prozent.

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