Daniel Imwinkelried

Mitten in einer der schwersten Krisen, welche die Luftfahrtindustrie je erlebt hat, erhält die Swiss einen neuen Chef: Harry Hohmeister, 45, wird per 1. Juli CEO der Fluggesellschaft. Er löst Christoph Franz ab, der bei der Muttergesellschaft Lufthansa das neue Ressort «Lufthansa Passage» übernimmt und gleichzeitig neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender wird. Damit hat Franz gute Chancen, bald zum Lufthansa-Chef aufzusteigen, denn der jetzige Chef Wolfgang Mayrhuber wird Ende 2010 zurücktreten. Hohmeister hat fast seine ganze Karriere in der Luftfahrtindustrie verbracht. Seit vier Jahren arbeitet er für Swiss, zuletzt als Netzwerk-Chef.

Im letzten Jahr flogen so viele Passagiere mit Swiss wie nie zuvor, und die Firma war gar profitabler als die Lufthansa. Anders als viele Konkurrenten hat die Swiss stark vom Boom der Jahre 2005 bis 2008 profitiert. Dass der Swiss dies gelang, gilt als grosses Verdienst von Franz. Denn als er 2004 zur Firma stiess, ging es dieser sehr schlecht. Franz sei der richtige Mann zur richtigen Zeit gewesen, sagt Urs Eicher, Präsident von Kapers, der Kabinenpersonalvereinigung. Ebenso lobend äussert sich Eicher zum neuen Chef. «Er ist eine der besten Kenner der Branche.» Verhandlungen mit ihm seien hart, doch Hohmeister halte sich stets an sein Wort. Auch die Pilotenvereinigung Aeropers ist zufrieden mit der Ernennung. «Hohmeister ist mitverantwortlich für den Erfolg von Swiss», sagt Mario Achermann von Aeropers. Er sei froh, dass die Kompetenz von Hohmeister der Swiss erhalten bleibe.
Der Swiss und Hohmeister stehen harte Zeiten bevor. Der Branchenverband Iata prognostiziert, dass die Einnahmen der Fluggesellschaften 2009 um 12 Prozent fallen werden.