Mit dem Spiel «Minecraft» hat Markus «Notch» Persson 2011 einen Riesenhit gelandet, der ihn schnell zur Galionsfigur der Independent-Gameszene machte. Nun ist der junge Schwede quasi über Nacht zu einem sehr reichen Mann geworden. Microsoft hat sein Game-Studio Mojang für 2,5 Milliarden Dollar gekauft. Es ist dies der erste grosse Zukauf unter dem neuen CEO Satya Nadella.

Obwohl im Internet schon länger über eine Übernahme spekuliert wurde, kommt diese einigermassen überraschend. Denn Persson verlieh mit seinem Spielehit der Gamebranche nicht nur kreative Impulse. Er wehrte sich auch immer wieder vehement gegen die Macht der Grossen im Business. So beendete er die Entwicklung einer «Minecraft»-Version für die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, weil der Hersteller der Brille von Facebook gekauft wurde. Microsoft warf er vor, den PC mit Windows 8 zu ruinieren. Nun hat er an ebendiese Firma sein Werk verkauft.

Persson habe sich entschieden, dass er nicht die Verantwortung für ein Unternehmen von globaler Bedeutung tragen möchte, heisst es auf der Website des Studios. Zusammen mit den beiden anderen Co-Gründern verlässt Persson nun das Unternehmen. Microsoft wird also nicht von Perssons Talent profitieren können, dafür von der Marke «Minecraft». Das Spiel und dazugehörige Werbeartikel haben dem Studio letztes Jahr einen Gewinn von 100 Millionen Dollar eingebracht.

Xbox One verkauft sich schlecht

Das Game ist vor allem deshalb so beliebt, weil es den Spielern eine schier unendliche Vielzahl an Möglichkeiten bietet. In einer Lego-artigen Bauklotzwelt können Nutzer beim Bauen von Konstruktionen ihre eigene Kreativität walten lassen. Microsoft liess verlauten, dass man am Erfolgsrezept von «Minecraft» nichts verändern wolle. Natürlich möchte der Konzern aber die Popularität des Spiels nutzen, um die Verkäufe der eigenen Spielkonsole Xbox One anzukurbeln. Diese verkauft sich bisher enttäuschend – erst rund 5 Millionen Konsolen konnten seit der Lancierung im letzten Herbst verkauft werden. Sony setzte in derselben Zeitspanne doppelt so viel Playstation 4 ab. 

Der Kauf des Studios Mojang ist bereits die zweite grosse Übernahme einer Gaming-Firma innerhalb dreier Wochen. Ende August kaufte Amazon für knapp eine Milliarde Dollar Twtich, ein Videoportal, auf dem Computerspiel-Partien übertragen werden.