Der Informationsminister Jorge Rodríguez sagte, erste Hinweise deuteten auf einen elektromagnetischen Angriff auf das Wasserkraftsystem hin, wie der staatliche Fernsehsender VTV berichtete. Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó machte hingegen die Regierung verantwortlich.

Internetnutzer aus mindestens der Hälfte der venezolanischen Bundesstaaten berichteten ebenfalls von Stromausfällen. Der staatliche Energieversorger Corporación Eléctrica Nacional erklärte lediglich, es gebe Probleme in Teilen von Caracas.

Bereits mehrere Ausfälle

Es gab in diesem Jahr bereits mehrere grosse Stromausfälle in dem südamerikanischen Krisenstaat. Anfang März waren Teile des Landes mehr als 100 Stunden ohne Strom. Die Wasserversorgung brach zusammen, Schulen blieben geschlossen, Arbeitstage wurden verkürzt.

Staatschef Nicolás Maduro macht im März einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Zusammenbruch der Energieversorgung verantwortlich. Die Regierungsgegner um Guaidó sprachen hingegen von verschleppten Investitionen, Korruption und mangelhafter Wartung der Anlagen.

"Sie haben die Tragödie mit Rationierung im ganzen Land zu verheimlichen versucht, aber das Versagen ist offensichtlich: Sie haben das Stromnetz zerstört und haben keine Antworten", twitterte Guaidó am Montag.

Maduro: Angriffe der USA

Die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro sprach von Angriffen auf ein Wasserkraftwerk im Bundesstaat Bolívar und machte dafür die Opposition und die USA verantwortlich. Experten und Maduros Gegner sahen die Ursache dagegen in der schlechten Wartung der Infrastruktur, in Missmanagement und Korruption. Im April waren dann weite Teile des Landes erneut von einem massiven Stromausfall betroffen.

Venezuela leidet schon seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise mit drastischen Versorgungsengpässen. Seit Monaten liefern sich zudem Präsident Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó einen erbitterten Machtkampf.