Das Logistikunternehmen Galliker und der Milchverarbeiter Emmi schliessen sich dem Förderverein Wasserstoff-Mobilität an. Der Zusammenschluss von Tankstellenbetreibern und Transportunternehmen zählt damit bereits 17 Mitglieder – darunter auch Coop, Migros und Fenaco. Ziel des Vereins: In vier Jahren 1000 mit Wasserstoff betriebene Lastwagen in Betrieb zu haben. Mit ihrem Beitritt wollen die beiden Firmen dazu beitragen, dem globalen CO2-Anstieg entgegenzuwirken. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt ist der Verkehr für 32 Prozent der schweizweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

In diesem Herbst präsentiert der vor einem Jahr gegründete Förderverein den ersten Prototyp, ab Januar 2020 verkehren zwei Testfahrzeuge von Hyundai auf den Schweizer Strassen. «Mitte des nächsten Jahres stossen acht weitere Fahrzeuge dazu. Die Flotte sowie die Tankstellen werden in der Folge laufend ausgebaut», sagt Präsident Jörg Ackermann.

Die Firma Galliker aus Altishofen hat die Zusage für einen der ersten zehn Lastwagen erhalten. «Wir sind zuversichtlich, dass wir den ersten Wasserstoff-LKW im Frühling einsetzen können», sagt CEO Peter Galliker. Die LKW werden nicht gekauft. Jedes Unternehmen zahlt pro Fahrzeug einen festgelegten Kilometerpreis. Das Logistikunternehmen plant, seine aktuell über 500 Lastwagen nicht mehr mit Dieselfahrzeugen, sondern mit Wasserstoff-Lastwagen zu ersetzen.

Emmi setzt ebenfalls bei seiner Fahrzeugflotte an

Auch die Emmi will im Bereich Nachhaltigkeit aktiv werden. Die Firma hat sich zum Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoss zwischen 2014 und 2020 um einen Viertel zu reduzieren. In den Folgejahren soll es gar noch mehr sein. Dafür setzt sie ebenfalls bei der Fahrzeugflotte an: «Wasserstoffbetriebene LKW sind eine nachhaltige, praxistaugliche Lösung», sagt Markus von Ballmoos, Logistikleiter Schweiz.

Die beiden Grossunternehmen sind nicht die Einzigen, die auf alternative Treibstoffe für ihre Nutzfahrzeuge setzen. Der Bäckereien-Zulieferer Pistor aus Rothenburg hat 2015 den ersten vollelektrisch angetriebenen LKW in Betrieb benommen. Mittlerweile fahren 3 der 86 Lastwagen mit Strom aus Wasserkraft. Laut Armin Knüsel, Leiter Distribution bei Pistor, zahlt sich das aus:

Die Investition sei im Vergleich zu dieselbetriebenen Fahrzeugen höher, doch im Gegenzug profitiere man von tieferen Unterhalts- und Betriebskosten. Aktuell plant Pistor jedoch nicht, sich dem Förderverein anschliessen, wie Knüsel sagt. «Wir sind zwar von der Technologie überzeugt, planen aber, weiterhin auf Elektro-Fahrzeuge zu setzen.»

Zusammenschluss soll Technologie vorantreiben

Trotz dieser Herausforderungen ist Peter Galliker überzeugt: «Durch den Zusammenschluss zahlreicher grosser Unternehmen im Förderverein verfügen wir über die notwendigen Ressourcen, um die Wasserstoff-Mobilität voranzutreiben.» Galliker sieht in der Wasserstoff-Mobilität viele Vorteile: «Die Lastwagen können künftig schadstofffrei und ohne CO2-Emissionen fahren. Das Befüllen des Tanks braucht nicht mehr Zeit als bei Benzin oder Diesel und reicht für eine Strecke von 400 bis 500 Kilometern.»

Eine andere Alternative wählt das Transportunternehmen Schöni AG aus Rothrist. Dieses setzt auf LKW, die mit verflüssigtem Erdgas unterwegs sind. Unter dem Label «Greentrucks» fahren aktuell 24 der rund 520 Lastwagen mit Erdgas aus Frankreich. Geschäftsleiter Daniel Schöni setzt auf Gas, weil Elektro- und Wasserstoff-LKW im Gegensatz zum Erdgas «schlicht noch nicht reif für den Markt» seien.