Biotech

Drei neue Medikamente in fünf Jahren: Idorsia schlägt ambitionierte Töne an

Die Biotechfirma Idorsia in Allschwil.

Die Biotechfirma Idorsia in Allschwil.

In fünf Jahren will die Actelion-Nachfolgerin drei neue Medikamente auf den Markt bringen.

Jean-Paul Clozel war noch nie für seine Bescheidenheit bekannt. Entsprechend hat er der Mitgründer und ehemaligen Chef von Actelion für sein neues Unternehmen namens Idorsia ambitionierte Ziele formuliert. So will Clozel in den nächsten fünf Jahren drei Medikamente auf den Markt bringen. Im gleichen Zeitraum will Idorsia die Forschungspipeline so weit vorantreiben, dass sie ein Umsatzpotenzial von fünf Milliarden Franken aufweist.

Im vergangenen Jahr willigte Clozel zusammen mit seiner Ehefrau Martine und dem Verwaltungsrat zum Verkauf von Actelion an den US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson ein. Die Amerikaner zahlten 30 Milliarden Dollar für die damals grösste europäische Biotechfirma. Im Zuge des Verkaufs hat Clozel die Biotechfirma Idorsia aus Actelion herausgelöst und forscht nun an zahlreichen Wirkstoffen, die aus der Pipeline von Actelion stammen.

Clozel sieht sich dazu gut aufgesellt, wie er gestern an einer Telefonkonferenz anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen sagte. So sollen in den nächsten Monaten für vier Wirkstoffe klinische Studien der Phase III gestartet werden. Diese Studien stehen am Schluss der klinischen Entwicklung eines Medikaments und sollen endgültig den Nachweis erbringen, dass sie wirksam sind. Anhand dieser Ergebnisse entscheiden die Zulassungsbehörden, ob sie einem Medikament grünes Licht geben oder nicht.

Unter den drei Präparaten befindet sich ein Mittel gegen Schlaflosigkeit namens Dora. Mit diesem sollen Patienten rasch einschlafen können. Das Medikament wirke zudem nicht über die normale Schlafdauer hinaus. Bei bisherigen Präparaten sind Betroffene noch einige Zeit nach dem Aufwachen schläfrig. Daneben arbeitet Idorsia an einem Mittel für Patienten, die an einem schwer zu behandelnden Blutdruck leiden. Sie kommen mit gewöhnlichen Medikamenten nicht gegen die Krankheit an. Die Firma mit Sitz in Allschwil entwickelt das Präparat zusammen mit Johnson & Johnson. Die beiden weiteren Medikamente sollen seltene Krankheiten bekämpfen. Dazu zählt die genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung namens Morbus Fabry.

Insgesamt rechnet Idorsia mit Ausgaben von 390 Millionen Franken für das laufende Jahr. Diese Zahl hängt jedoch stark davon ab, wann die einzelnen klinischen Studien gestartet werden. Derzeit verfügt die Firma über liquide Mittel von 1,1 Milliarden Franken. Damit hat das Unternehmen etwas mehr Geld als beim Start Mitte letzten Jahres. Dies hat vor allem mit einer Zahlung in der Höhe von 227 Millionen Franken von Johnson & Johnson für die erwähnte Zusammenarbeit zu tun. Im vergangenen Jahr belief sich der Verlust auf 8 Millionen Franken.

Fürstliche Löhne

Aus dem Jahresbericht von Idorsia geht hervor, dass das Ehepaar Clozel 28,4 Prozent aller Aktien besitzt. Ihre Beteiligung hat damit einen Wert von rund 875 Millionen Franken. Zuletzt hatten die beiden im Juli eine Beteiligung von knapp 26 Prozent gemeldet. Pikant ist auch ein Blick in den Vergütungsbericht. Jean-Paul Clozel hat 2,35 Millionen Franken erhalten, dies für die Zeit zwischen Mitte Juni, als Idorsia erstmals an der Börse gehandelt wurde, und Ende 2017. Erreicht Clozel die vorgegebenen Ziele, kann er mit einer Jahresvergütung in der Höhe von 4,2 Millionen Franken rechnen. Dies wäre mehr als die Hälfte des Gehalts, das er bei der deutlich grösseren Actelion erhalten hat.

Verwaltungsratspräsident Jean-Pierre Garnier muss ebenfalls nicht darben. Sein Salär beläuft sich auf 1,1 Millionen Franken, allerdings für die Amtszeit von einem Jahr. Insgesamt haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung für 2017 rund 9,3 Millionen Franken erhalten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1