Coronakrise

«Diese Regel ist einfach ärgerlich»: Hohe Preise der Post ärgern Expats

Das Versenden von Paketen in die USA kostet deutlich mehr – wegen Corona.

Das Versenden von Paketen in die USA kostet deutlich mehr – wegen Corona.

Teure Bescherung: Wer Pakete in die USA verschicken will, muss nun deutlich mehr bezahlen. Das sorgt für Frust.

Es ist eine Tradition: Die in Genf lebende Amerikanerin Suzy K.* (Name der Redaktion bekannt) schickt jedes Jahr vor Weihnachten ein Paket voll mit Schweizer Schokolade an ihre Schwester in Colorado. Sie gibt es jeweils einige Wochen im Voraus am Schalter auf, damit es auch ohne teure «Priority»-Frankierung rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum in Colorado landet.

Doch dieses Jahr ist anders. «Als ich das Paket aufgeben wollte, sagte mir die Angestellte am Schalter, dass ich es per Priority schicken müsse», erzählt Suzy K. Kostenpunkt: 42 Franken bei einem Gewicht von 1,2 Kilo. Die herkömmliche, deutlich günstigere Sendung per B-Post sei nicht möglich.

Der Grund für diese neue Regel: Corona. Die Pandemie hat vermehrt Leute angestiftet, online einzukaufen. Mit der Folge, dass viele nationale Post-Organisationen mit der Paketlieferung überlastet sind. So auch der «US Postal Service».

Wer nicht aufpasst, kriegt das Paket zurück

Ein Sprecher der Schweizerischen Post bestätigt die Situation. Die US-Post-Firma akzeptiere wegen der Corona-Pandemie seit einigen Monaten nur noch Priority-Sendungen bei einem Gewicht unter 2 Kilo. «Die USA sind sehr strikt», sagt der Sprecher. Wer also eine Tafel Schokolade in ein gepolstertes Couvert steckt und dieses direkt in den Briefkasten wirft, droht die Sendung schon bald wieder im eigenen Briefkasten zu finden. Am Schalter wird man hingegen auf die Neuerung aufmerksam gemacht.

«Diese Regel ist einfach ärgerlich», sagt Liz Voss, Sprecherin der US-Expat-Organisation «Democrats Abroad». In der Schweiz leben geschätzt 20000 US-Amerikanerinnen und -Amerikaner. «Viele werden an Weihnachten Geschenke an die Verwandten in der Heimat schicken wollen, besonders jetzt, wenn man nicht reisen sollte.» Dass man beim Versenden keine Wahl mehr habe, sondern den höheren Preis akzeptieren müsse, sei «frustrierend». Vor allem auch, weil nur schon herkömmliche Sendungen aus der Schweiz äusserst teuer seien.

Die Tarife macht der Weltpostverband in Bern

Die internationalen Pakettarife werden nicht von der Post festgelegt, wie ein Sprecher sagt, sondern basieren auf einem Vergütungssystem zwischen den 192 Mitgliedstaaten des Weltpostvereins mit Sitz in Bern. Dieser regelt auch, wie viel die Postbetriebe für einen Transport vergütet erhalten. Wie viel die Schweizerische und die US-Post an der Schokoladen-Sendung verdienen, verrät der Sprecher nicht mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis. Der Postverkehr in der Vorweihnachtszeit sei aber sehr wichtig, da man mehr Erträge erziele als während des Rests des Jahres.

Suzy K. nervt sich über die hohen Preise. Allzu gross aufregen möchte sie sich nicht: «Ich hoffe einfach, dass ich meiner Schwester mit der Schokolade etwas Freude bereiten kann.»

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