Wirtschaft

Die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis wachsen weiter

Der Basler Pharmariese Roche ist gut für die Zukunft gerichtet.

Der Basler Pharmariese Roche ist gut für die Zukunft gerichtet.

Umsatz, Betriebsgewinn und Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2019 bei den 21 grössten Konzernen der Pharmabranche zweistellig. Roche und Novartis belegen Spitzenplätze. Und dürften nach Prognose von Ernst & Young zu Profiteuren der Coronakrise werden.

(sih) Als Grund führt der Wirtschaftsprüfer EY die 242 Therapeutika und 161 Impfstoffe gegen das Coronavirus, die sich in der Pipeline befinden würden, an. 16 der 21 von EY untersuchten Konzerne hätten 2019 dazu beigetragen, dass 14,2 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung investiert wurde als im Vorjahr. Der Schweizer Pharmariese Roche belegt in den Kategorien Gesamtumsatz, Umsatz der Blockbuster-Medikamente, EBIT sowie Ausgaben bei Forschung und Entwicklung den Spitzenplatz.

Beim Umsatz ermittelte EY bei den 21 untersuchten Unternehmen einen Zuwachs von 12,3 Prozent. Spitzenreiter ist der japanische Konzern Takeda, der seine Erlöse durch die Übernahme des Konkurrenten Shire von 15,6 Milliarden Euro auf 25,8 Milliarden Euro nach oben schrauben konnte. Den Betriebsgewinn auf Stufe EBIT steigerten die Unternehmen 2019 auf 11,9 Prozent, gegenüber einem Rückgang von 3,2 Prozent im Vorjahr.

Krebsmedikamente als Umsatztreiber

Mit den gesteigerten Ausgaben in Forschung & Entwicklung habe die Branche gute Aussichten, um auch während der Corona-Pandemie gute Zahlen zu schreiben, prognostiziert EY. Bis Anfang Juni habe die Branche 161 Impfstoff-Kandidaten, 242 therapeutische Wirkstoffkandidaten und über 700 Tests entwickelt oder auf den Markt gebracht. Allerdings würden 97 Prozent der erprobten Impfstoffe nie Marktreife erlangen.

Bei der Forschung stehe die Entwicklung von Wirkstoffen gegen Krebs im Fokus. 2586 Wirkstoffe befänden sich bei den untersuchten Unternehmen in der klinischen Entwicklung. Bei den Infektionskrankheiten zählt Ernst & Young nur 605 klinische Studien. Mit der Onkologie werde mehr als ein Fünftel des Umsatzes erzielt, den EY auf 174 Milliarden Euro beziffert, gegenüber 46 Milliarden bei Infektionskrankheiten (5 Prozent).

Die Beratungsgesellschaft EY untersuchte die Finanzkennzahlen der 21 grössten Pharmaunternehmen der Welt aus den Geschäftsjahren 2017 bis 2019, zu denen auch Roche und Novartis zählen. Demnach hätte knapp die Hälfte der Unternehmen ihren Hauptsitz in den USA, 42 Prozent in Europa, neun Prozent in Japan. Eine weitere Konzentration sei nicht absehbar, weil viele Fusionen und Übernahmen derzeit ausgesetzt seien.

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