Medtech-Konzern Stryker
Die Schere kam von ganz oben

Auch die Medtech-Firmen müssen den Gürtel enger schnallen. Die Branche sehe aber nach wie vor intakte Wachstumschancen, sagte Konzernchef Stephen P. MacMillan anlässlich der gestrigen Einweihung des neuen Firmengebäudes von Stryker in Selzach.

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Werkbesichtigung

Werkbesichtigung

Solothurner Zeitung

Andreas Toggweiler

Die Zeit leicht verdienten Geldes im Medtech-Sektor gehe jetzt zu Ende. Die Branche werde sich in Zukunft vermehrt dem Preisdruck in der öffentlichen Gesundheitsversorgung stellen müssen sowie einem Trend zur Re-Regulierung, besonders in den USA. Anderseits werde sich die immer noch steigende Lebenserwartung der Bevölkerung positiv aufs Geschäft auswirken, zeigte sich Stryker-Konzernchef MacMillan überzeugt.

Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Zukunft seien Innovation, Qualitätsbewusstsein und andauernde Verbesserung der Kosteneffizienz. «In Selzach habe ich alle diese Eigenschaften angetroffen, weshalb wir gern in diesen Standort investiert haben», lobte er.
Ein Fan von Barack Obama

Der Stryker-Standort Schweiz werde im Rahmen des Marktwachstums weiterentwickelt, sagte er in einer Fragerunde mit dem versammelten Personal. Unter Applaus outete sich der Stryker-Chef dabei auch als Anhänger des neuen US-Präsidenten Obama. «Er kann gut Zuhören, hat eine Vision und geht die Probleme an.»

Die lokale Stryker-Belgeschaft feierte gestern zusammen mit Behörden und Vertretern des Konzerns den Repräsentativen Neubau am östlichen Dorfeingang in Selzach. Thomas Wahl hielt als Geschäftsführer vor Ort Rückschau auf die Baugeschichte - die nur elf Monate dauerte. «Wir haben einen zweckmässigen und dennoch eleganten Bau erhalten, auf den wir stolz sind», bilanzierte er. Die Zusammenarbeit mit kantonalen und lokalen Behörden sei optimal verlaufen.

Volkswirtschafsdirektorin Esther Gassler beglückwünschte den Unternehmergeist des amerikanischen Konzerns. «Sie haben schon 2007 gesagt: Yes we can, und 25 Millionen Franken investiert, die bis zu 100 neue Arbeitsplätze schaffen.»

Medtech als Wirtschaftsfaktor

Die Medizinaltechnik sei zu einem wichtigen Teil der Solothurner Volkswirtschaft geworden und helfe, Wohlstand und lebensqualität im Kanton zu steigern, sagte Gassler. Die Gäste konnten gestern die Räume besichtigen, in denen Entwicklungs-, Vertriebs- und Produktionsabteilungen untergebracht sind.

Zur Erinnerung an den Einweihungsakt wurde westlich des Gebäudes ein Sequoia-Baum gepflanzt. Wahl: «Er kann sehr alt und sehr hoch werden und erinnert an unsere amerikanischen Wurzeln.» Einen Gag gabs dann noch beim Durchschneiden des obligaten Roten Bandes: Die Schere wurde aus der Luft angeliefert - von drei Fallschirmspringern.