Bankenwesen

Die Online-Bank N26 geht in der Schweiz an den Start

Der Wiener Valentin Stalf ist Mit-Gründer und Chef der Bank N26. Die deutsche Smartphone-Bank will nun auch in der Schweiz Fuss fassen. Bild: Wolfgang Kumm/Keystone/DPA

Der Wiener Valentin Stalf ist Mit-Gründer und Chef der Bank N26. Die deutsche Smartphone-Bank will nun auch in der Schweiz Fuss fassen. Bild: Wolfgang Kumm/Keystone/DPA

Die deutsche Smartphone-Bank N26 bietet seit Dienstag erstmals auch in der Schweiz Finanzdienstleistungen an.

Es ist der 26. Markt auf dem sich die mobile Bank zu etablieren versucht und der letzte grössere Markt in Europa, der seit dem operativen Start des 2013 in Berlin gegründeten Fintechs unerschlossen geblieben war. Das Angebot, mit dem die schnell wachsende Jungfirma die Schweizerinnen und Schweizer als Kunden zu gewinnen hofft, ist jedoch kaum auf die spezifischen Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung zugeschnitten.

Vielmehr gleicht es dem, was auch ein deutscher oder ein französischer Kunde bekommen kann. Konkret bietet N26 in der Schweiz nun ebenfalls Euro-Konti an. Diese machen die schnelle und einfache Abwicklung von Zahlungen im Euroraum möglich. Doch wer sich Franken gutschreiben lassen oder mit solchen zahlen möchte, muss dies weiterhin über sein bestehendes Konto mit einer ortsansässigen Bank tun.

Die für einen direkten Anschluss an das Schweizer Zahlungsverkehrssystem SIC nötige Schweizer Bank- oder Fintech-Lizenz hat N26 bislang nicht beantragt. Bis die Angebotslücke geschlossen werde, könne es bis zu drei Jahre dauern, sagte Georg Hauer an einer Medienorientierung in Zürich. Hauer ist der für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständige General Manager der Bank.

Ambitiöse Ziele

Hauer zeigte sich für den Markterfolg dennoch zuversichtlich. In der Schweiz lebten viele Menschen aus dem Euroraum, die den Service für gebührenfreien Kartenzahlungen in Fremdwährungen zu schätzen wüssten. Auch die Bewohner der Grenzregionen, die ihre Einkäufe des täglichen Bedarfs vielfach im europäischen Ausland tätigen, gehören zu den anvisierten Kunden von N26.

Beaufsichtigt wird die Bank in der Schweiz von der deutschen Finanzmarktaufsichtsbehörde Bafin. Dahinter steht das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland aus dem Jahr 2013, das eine vereinfachte Freistellung für Finanzdienstleister ohne eigene Niederlassung im jeweiligen Land möglich macht.

Vor zwei Monaten hat N26 mit dem operativen Start in den USA erstmals einen Markt in Übersee ins Visier genommen. Der nächste Zielmarkt ist Brasilien. N26 will sich zu einem globalen Finanzdienstleister mausern und hat bislang 3,5 Millionen Kunden gewonnen. Das Ziel sind 100 Millionen Kunden. Im Rahmen einer privaten Finanzierungsrunde im Frühjahr wurde der Wert des Unternehmens auf 3,5 Milliarden Dollar geschätzt.

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Autor

Daniel Zulauf

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