Pensionierung

Die OECD empfiehlt der Schweiz ein höheres Rentenalter

Eine Seniorin an einem Computerkurs. Die Industriestaatenorganisation OECD empfiehlt der Schweiz, das Rentenalter zu erhöhen. (Themenbild)

Eine Seniorin an einem Computerkurs. Die Industriestaatenorganisation OECD empfiehlt der Schweiz, das Rentenalter zu erhöhen. (Themenbild)

Die Schweiz soll das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre erhöhen. Das empfiehlt die OECD in ihrem Länderbericht. Daneben fordert sie mehr Transparenz über die Auswirkungen von Investitionen auf das Klima.

Menschen in der Schweiz genössen weiterhin einen hohen Lebensstandard, schreibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in ihrem am Montag veröffentlichten Wirtschaftsbericht.

Die Schweiz weise das dritthöchste Bruttoinlandprodukt pro Kopf der OECD auf. Die Haushaltspolitk sei solide und die Verschuldung niedrig, hält die Organisation fest. Der fiskalische Spielraum könnte daher stärker genutzt werden.

"Dringend notwendig" sind aus Sicht der OECD Anpassungen an die Alterung der Bevölkerung. Zunächst solle das Rentenalter der Frauen auf jenes der Männer angehoben werden, heisst es im Bericht. Anschliessend soll das ordentliche Rentenalter schrittweise auf 67 angehoben und danach an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Weiter empfiehlt die OECD die Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der zweiten Säule.

Ältere Arbeitnehmende einstellen

Gleichzeitig soll die Schweiz die Hindernisse für eine längere Erwerbsdauer angehen. Dazu gehört etwa, dass mit dem Alter der Lohn und die Sozialversicherungsbeitragssätze ansteigen. Dies sieht die OECD als negativen Anreiz für die Einstellung und das Halten älterer Arbeitnehmender.

Auch Änderungen bei der Besteuerung könnten laut der OECD dazu beitragen, das System auf die Alterung der Bevölkerung vorzubereiten. Pläne zur Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes und zur Senkung der Einkommenssteuer für Zweitverdiener gingen in die richtige Richtung, finden die Autoren des Berichts. Eine höhere Mehrwertsteuer, eine wiederkehrende Besteuerung von unbeweglichen Vermögen und umweltbezogene Steuern könnten dazu beitragen, die Einkommenssteuer für Geringverdiener zu senken.

Klima-Transparenz bei Investitionen

Was die Umwelt betrifft, nimmt die OECD auch den Finanzsektor ins Visier. Dieser sei klimarelevanten Risiken ausgesetzt, heisst es im Bericht. Informationen über die Risiken würden den Anlegern helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Das könne zur Eindämmung des Klimawandels beitragen.

Auch sollte die Schweiz aus Sicht der OECD die Autosteuer so ändern, dass die Anreize für den Kauf emissionsarmer Fahrzeuge gestärkt werden. Die im Jahr 2018 in der Schweiz gekauften Autos stiessen 14 Prozent mehr CO2 aus als im EU-Durchschnitt.

Mangelnde IT-Kompetenzen

Schlechte Noten erhält die Schweiz ferner bei den IT-Kompetenzen. Hier habe sie nicht mit den führenden Nationen Schritt gehalten, stellt die OECD fest. Viele Unternehmen setzten digitale Technologien langsamer ein als in führenden Ländern. Die Schweiz könnte vom Technologiewandel stärker profitieren.

Dazu empfiehlt die OECD, die Einwanderung von Hochqualifizierten aus Nicht-EU-Ländern zu erleichtern. Ausserdem sollte die Schweiz die Weiterbildungsausgaben erhöhen für Arbeitsuchende und Personen, die besonders von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen sind.

Ein weiteres Thema des Berichts sind die Gesundheitskosten. Deren Dämpfung sei zu Recht eine Priorität der Regierung, schreiben die Autoren. Sie verweisen auf die geplanten Massnahmen. Die durchschnittlichen Gesundheitsausgaben pro Person sind in der Schweiz die zweithöchsten in der OECD.

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