Wirtschaft

Die Credit Suisse baut um: 37 Filialen weg ++ Stellen fallen weg ++ Zentralschweiz-Chef übernimmt im Aargau

Die Grossbank Credit Suisse schliesst in einer «Neuausrichtung» landesweit 37 Filialen. (Symbolbild)

Die Grossbank Credit Suisse schliesst in einer «Neuausrichtung» landesweit 37 Filialen. (Symbolbild)

Die Grossbank Credit Suisse verkleinert ihr Filialnetz auf 109 statt wie bisher 146 Standorte. Die Hälfte der Schliessungen betreffen dabei den Aargau. Das Geschäft der Neuen Aargauer Bank (NAB) soll mit jenem der Credit Suisse zusammengeführt werden - die grösste Regionalbank der Schweiz verschwindet.

(dpo) In einer «Neuausrichtung» ihres schweizweiten Filialnetzes, schliesst die Credit Suisse landesweit 37 Filialen. Die Hälfte der Schliessungen betrifft dabei den Kanton Aargau. Die Neue Aargauer Bank (NAB) - ein Institut mit über 200-jähriger Geschichte - soll komplett in der Credit Suisse aufgehen. Damit will die Grossbank das «Breitengeschäft mit Privatkunden weiter ausbauen, vereinfachen und effizienter gestalten», wie sie in einer Mitteilung vom Dienstagmorgen schreibt.

«Im Aargau, wo die Credit Suisse und ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft NAB heute zusammen 30 Geschäftsstellen haben, wird beabsichtigt, die NAB mit der Credit Suisse (Schweiz) AG zusammenzuführen», heisst es in der Mitteilung der CS. Die NAB unterhält heute im Aargau vier eigene Filialen - in Aarau, Baden, Rheinfelden und Zofingen. Gemäss Informationen von CH Media ist geplant, die vier CS-Gebäude zu schliessen und dort die Geschäfte in den NAB-Gebäuden weiterzuführen - sie werden in «Credit Suisse» umfirmiert.

Interimistischer CEO aber wird Roger Suter, der zurzeit die Region Zentralschweiz der Credit Suisse leitet. Er ist bei der NAB kein Unbekannter, arbeitete er doch rund sechs Jahre für sie. Suter wird nach vollendeter Integration wieder in die Zentralschweiz zurückkehren.

Stellenabbau sei «unvermeidlich»

Die Neue Aargauer Bank hat aktuell 530 Vollzeitstellen. Im Communiqué fehlen Angaben dazu, wie viele Jobs abgebaut werden. Dass es zu einem Abbau kommt, ist aber «unvermeidlich», heisst es darin. Ein Sozialplan stehe zur Verfügung. «Oberstes Ziel ist es, dass möglichst alle von einem Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden eine interne oder externe Weiterbeschäftigung finden», schreibt die CS weiter.

Eine Grössenordnung gibt diesbezüglich das Einsparpotential: «Aufgrund der heute angekündigten Massnahmen, einschliesslich der geplanten Zusammenführung der NAB mit der Credit Suisse, werden jährlich wiederkehrende Synergien von brutto rund 100 Millionen Franken ab 2022 angestrebt», heisst es in der Mitteilung.

CS will künftig 400 Millionen an Kosten einsparen

Die Einsparungen von 100 Millionen sind Teil eines Spargrogramms, welche die Grossbank zuvor im Rahmen ihres Halbjahresabschlusses im Juli angekündigt hatte. Damit will die CS laut eigenen Angaben ab 2022 Kosteneinsparungen von jährlich 400 Millionen Franken erzielen. Ein substanzieller Teil der Synergien soll dabei ins Schweizer Geschäft reinvestiert werden, vor allem in zusätzliche Kundenberater, in Technologie, Digitalisierung sowie in das Marketing.

«Digitalisierung ist heute allgegenwärtig und wird sich rasant weiter fortsetzen. Die Anpassung unseres Geschäftsstellennetzes, bei gleichzeitiger Investition in digitale Lösungen und in die Beratung von Kunden mit komplexeren Bedürfnissen ist vor diesem Hintergrund folgerichtig», lässt sich Schweiz-Chef der Credit Suisse André Helfenstein in der Mitteilung zitieren.

Helfenstein verantwortet mit den am Dienstag veröffentlichten Massnahmen den ersten grossen Umbau, seit er seine Position am 14. Februar 2020 übernahm. Helfenstein rückte auf den Posten von Thomas Gottstein nach, der wiederum im Zuge der Beschattungs-Affäre neuer CEO und Nachfolger von Tidjane Thiam wurde. Im vergangenen September war bekannt geworden, dass die Credit Suisse den früheren Top-Manager Iqbal Khan von Privatdetektiven beschatten liess.

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