Jobwahl
Der Spass ist den Jugendlichen wichtiger als der Lohn

Die Jugendlichen sind nicht so materialistisch, wie ihnen nachgesagt wird. Verdienstmöglichkeiten sind zwar nicht unwichtig. Aber im Zentrum der Berufswahl stehen der Spassfaktor und die Arbeitsplatzsicherheit.

François Schmid-Bechtel
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Eine Medizinische Praxisassistentin (MPA) in Ausbildung bei der Arbeit in einem Praxislabor.

Eine Medizinische Praxisassistentin (MPA) in Ausbildung bei der Arbeit in einem Praxislabor.

Keystone

Spassfaktor, Lustprinzip und Arbeitsplatzsicherheit sind die wichtigsten Parameter bei der Berufswahl. Das Geld spielt indes längst nicht die Hauptrolle. Zu diesem Schluss kommt die zweite repräsentative Schweizer Jugendstudie der Jacobs Foundation. Oder: Unsere Jugend ist nicht derart wohlstandsverwahrlost, wie dies häufig kolportiert wird.

Für 91 Prozent der Jugendlichen sind persönliche Interessen und ihre Neigungen das wichtigste Kriterium bei der Berufswahl. Und beachtliche 90 Prozent geben an, dass ihnen die Arbeit Spass macht. Das lässt den Schluss zu, dass sich die Jugendlichen intensiv mit sich und der Berufswahl auseinandersetzen und quasi einen Volltreffer landen. Denn auch die Aufstiegschancen stufen viele als intakt ein.

Geld ist wichtig, Arbeitsplatzsicherheit viel wichtiger

93 Prozent glauben, dass ihre berufliche Ausbildung als gute Grundlage für weiterführende Qualifizierungen und vielfältige Möglichkeiten bietet. Sandro Giuliani, Geschäftsführer der Jacobs Foundation sagt denn auch: «In unserem dualen Bildungssystem treffen die Jugendlichen auf sehr gute Rahmenbedingungen. Zudem besteht in der Schweiz, im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, ein gutes und vielfältiges Ausbildungsplatz-Angebot.»

Natürlich spielt Geld eine Rolle, aber eine untergeordnete. Nur 56 Prozent geben an, dass sie bei der Berufswahl auf den Lohn achten. Für 70 Prozent der Befragten ist indes die Arbeitsplatzsicherheit von grösserer Bedeutung.

60 Prozent fällt die Wahl leicht

Und wie leicht fällt den Jugendlichen die Berufswahl? 60 Prozent sagen, sie falle ihnen leicht, weil für sie das fachliche Interesse und der spätere Berufswunsch klar im Vordergrund stünden. Weitere 19 Prozent treffen ihre Entscheidung massgeblich aus pragmatischen Motiven wie etwa Arbeitsplatzsicherheit oder der Distanz zwischen Arbeits- und Wohnort.

Eine weitere, nicht neue Erkenntnis der Studie: Mädchen sind anders als Jungs. 28 Prozent der Mädchen sind bei der Wahl der Berufsbildung unsicher. Bei den Jungs sind es nur 15 Prozent. Die Karrierechancen werden nur von 68 Prozent der Mädchen als gut eingestuft. Bei den Jungs sind es 84 Prozent der Befragten.

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