WEF 2020

Der Krisengipfel am WEF bleibt aus – doch diese Gäste sorgen dennoch für Brisanz in den Bündner Bergen

WEF-Gründer Klaus Schwab, freut sich auf den Besuch der Klima-Aktivistin Greta Thunberg.

WEF-Gründer Klaus Schwab, freut sich auf den Besuch der Klima-Aktivistin Greta Thunberg.

Während US-Präsident Donald Trump erneut ans WEF reist, bleibt Irans Aussenminister dem Forum fern. Dafür sind andere Prominente angemeldet - so auch ein royaler Besuch aus England und ein Bollywood-Star.

Kommt er, oder kommt er nicht? Er kommt nicht. Irans Aussenminister Mohammad Javad Zarif bleibt dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos fern. Er hatte sich ursprünglich vor der Exekution von General Ghassem Soleimani durch die USA angekündigt. Und so wurde denn auch spekuliert, ob es bei der 50. Austragung des Forums vom 21. bis 24. Januar zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump kommen würde. Es wäre ein Krisengipfel und eine Möglichkeit gewesen, den militärischen Konflikt zwischen den beiden Ländern zu deeskalieren.

Doch Zarifs Name figuriert nicht auf der Teilnehmerliste, die WEF-Gründer Klaus Schwab gestern am WEF-Hauptsitz in Cologny bei Genf den Medien präsentierte. Damit verliert der Jubiläums-Event einiges an politischer Brisanz. Denn auch Ukraines Präsident Wolodymyr Zelenskyy hätte nach dem versehentlichen Abschuss des «Ukraine Airlines»-Flugzeug durch den Iran mit Zarif wohl gerne einige Worte gewechselt. Zelensky ist zudem Mitauslöser des Amtsenthebungsverfahrens in den USA gegen Präsident Trump. Dieser reist nach 2018 zum zweiten Mal in die Bündner Berge.

Diese Köpfe prägen das diesjährige World Economic Forum:

Die amerikanische Delegation hat es in sich. Gleich vier US-Minister sind gemeldet: Steven Mnuchin (Finanzen), Wilbur Ross (Handel), Elaine Chao (Transport) und Eugene Scalia (Arbeit). Ebenso angemeldet sind Trumps Tochter Ivanka und ihr Ehemann Jared Kuchner, die als Präsidentenberater gelistet sind. Zudem kommen auch bekannte US-Demokraten nach Davos, wie Ex-Aussenminister John Kerry, sowie Ex-Vizepräsident und Umweltaktivist Al Gore, der an einem Treffen mit der schwedischen Klima-Ikone Greta Thunberg interessiert sein dürfte.

Merkel, Kurz und Conte sagen zu - Macron sagt ab

Ebenfalls stark vertreten - wenn auch ohne Regierungsspitze - ist China. Bezüglich des Handelskonflikts könnten somit mit den USA wegweisende Gespräche stattfinden. Und die Europäer? Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel ist dabei, so auch ihre mögliche Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Deutschlands Verteidigungsministerin, Italiens Premierminister Giuseppe Conte und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron passt hingegen. Und die Schweiz ist mit sechs Bundesräten am Start - nur Ueli Maurer bleibt dem Forum gemäss Gästeliste fern.

Für den Promi-Faktor sorgen unter anderem Bollywood-Star Deepika Padukone und der Prince of Wales, Prince Charles. Seine Anwesenheit dürfte dafür sorgen, dass unter den WEF-Gästen stärker über den Megxit als über den Brexit gesprochen wird.

Organisatoren versprechen das nachhaltigste WEF aller Zeiten

Schwab betonte während der Pressekonferenz auf dem grosszügig angelegten WEF-Gelände in Cologny - einer der reichsten Gemeinden der Romandie mit Blick auf den Genfersee - die Wichtigkeit von Themen wie Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit. Er freue sich auch auf den erneuten Besuch von Greta Thunberg, sagt Schwab. Man biete ihr den ersten grossen internationalen Auftritt in diesem Jahr. Zudem habe das WEF schon immer Wert auf grüne Themen gelegt, so habe man in den 70er-Jahren Meeresforscher Jacques Cousteau willkommen geheissen.

«Die Welt befindet sich in einem Notstand, und das Fenster, um zu handeln, schliesst sich schnell», sagt Schwab. Das diesjährige WEF wird laut den Organisatoren das nachhaltigste bisher, wenn nicht sogar der Welt. WEF-Angestellte würden per Zug anreisen und Flug-Emissionen würden kompensiert.

An den Mega-Anlass in den Alpen reisen über 2800 Teilnehmer aus 188 Ländern. 24 Prozent davon sind Frauen.

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