Arbeitsplätze

Der Bund weiss nicht, wie viele Jobs der starke Franken kostet

Die Schweizer Industrie leidet unter dem starken Schweizer Franken. (Symbolbild)

Das Bundesamt für Statistik stellt im dümmsten Moment seine Berechnungsmethode um – zum Ärger der Industrie.

Die Schweizer Wirtschaft hat ein hartes Jahr hinter sich. Besonders die exportorientierte Maschinenindustrie plagte sich mit dem starken Franken: Die Umsätze in der Maschinen-, Elektro- und Metall-(MEM-)Industrie brachen im letzten Jahr um sieben Prozent ein.

Das berichtete der Branchenverband Swissmem gestern in Zürich. Die Ausfuhren gingen um
4,6 Prozent zurück und allein im letzten Quartal schrumpften die Auftragseingänge der MEM-Betriebe um mehr als 13 Prozent.

Verbandspräsident Hans Hess sprach noch im Januar von 10 000 Arbeitsplätzen, die vor allem wegen des starken Frankens im vergangenen Jahr in seiner Branche verloren gingen. Gestern nannte Hess jedoch eine andere Zahl: «2500 Jobs strichen die Swissmem-Mitglieder.» Hochgerechnet auf die gesamte Branche käme man damit auf 10 000.

Dass sich diese Zahl nicht verifizieren lässt, hat einen einfachen Grund: Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat seine Berechnungsmethode umgestellt. Weil neu auch kleinere Firmen und solche Beschäftigte, die weniger als sechs Stunden pro Tag arbeiten, in die Berechnung der Beschäftigtenzahlen aufgenommen werden, schreibt das BfS derzeit die Tabellen der letzten Jahre neu.

Aus Zeitgründen konnte keine exakte Berechnung für die einzelnen Branchen für die Quartale drei und vier des Jahres 2015 gemacht werden, heisst es seitens des BfS. Swissmem-Präsident Hess nennt dies «eine Katastrophe». 

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