Wirtschaft

Das Rennen um die erste Krypto-Bankenlizenz

Blick in die Räumlichkeiten der Firma Bitcoin Suisse. (Alexandra Wey/Keystone, Baar, 24. Mai 2016)

Blick in die Räumlichkeiten der Firma Bitcoin Suisse. (Alexandra Wey/Keystone, Baar, 24. Mai 2016)

Der Pionier der Schweizer Krypto-Szene Bitcoin Suisse hat eine Bankenlizenz beantragt. Es ist nicht das erste Unternehmen mit diesem Ziel.

Die «Libra Association» ist nicht das einzige Kryptounternehmen, das eine Lizenz der Schweizer Finanzmarktaufsicht haben will. Am Dienstag hat das in Zug ansässige Kryptounternehmen Bitcoin Suisse eine Schweizer Banklizenz beantragt. Die Brokerfirma reagiert damit auf ein strengeres regulatorisches Umfeld. Denn Krypto-Anlagen werden hierzulande zunehmend dem Finanzmarktrecht unterstellt. Damit nimmt das Rennen um die «erste» Bankenlizenz für ein Unternehmen aus der Kryptowelt wieder Fahrt auf. Neben Bitcoin Suisse haben 2018 auch das Zürcher Startup Sygnum, die Zuger Firma Seba Crypto und das Genfer Unternehmen Mt Pelerin ihre Anträge bei der Finma deponiert.

Mit Bitcoin Suisse hat sich nun ein Schwergewicht aus der Kryptoszene für diesen Weg entschieden. Das Unternehmen gibt es bereits seit knapp sechs Jahren. Angefangen hat das von Niklas Nikolajsen gegründete Unternehmen als Wechselstube für Kryptowährungen. Mittlerweile bietet Bitcoin Suisse eine ganze Palette an Finanzdienstleistungen im Kryptoumfeld an. Über 90 Personen arbeiten derzeit bei Bitcoin Suisse – Ende 2017 waren es erst 20.

Pionier im Krypto-Valley

In der Zuger Kryptoszene gilt Bitcoin Suisse zusammen mit Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin als Pionier. Sie haben massgeblich dazu beigetragen, das Zuger Crypto Valley zu etablieren und international bekannt zu machen. 2018 liebäugelte Bitcoin Suisse allerdings damit, seinen Sitz ins ebenfalls kryptofreundlichere Liechtenstein zu verlegen. Der gestern eingereichte Antrag hat deshalb eine hohe symbolische Bedeutung für das Zuger Crypto Valley. Die Liechtenstein-Pläne sind offenbar vom Tisch. Nachdem die Brokerfirma 2018 einen Ertrag von 44 Millionen Franken und einen Reingewinn von 25 Millionen erzielt hatte, erwartet Bitcoin Suisse weiteres Wachstum. Im Rahmen einer Bankgarantie hat Bitcoin Suisse zudem 45 Millionen Franken bei einer Schweizer Bank als Sicherheit für eine Ausfallgarantie hinterlegt, um Devisen- und Krypto-Einlagen von Kunden abzusichern. Dieser Betrag soll auf 55 Millionen erhöht werden.

Für die Lizenz muss sich Bitcoin Suisse wohl etwas gedulden. Die Hürden sind hoch. Seba Crypto hat damit gerechnet, dass sie Ende 2. Quartal 2019 grünes Licht erhalten wird. Die Lizenz ist aber noch ausstehend. In der Branche hält man es für möglich, dass die Finma mehreren Firmen gleichzeitig eine Lizenz erteilen wird, um in diesem noch unbesetzten Feld niemanden zu benachteiligen.

Autor

Roman Schenkel

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