Schlieren

Das lange Warten beginnt

Einsprachen verzögern das Projekt: Aufwertung des Schlieremer Zentrums.

Das lange Warten beginnt

Einsprachen verzögern das Projekt: Aufwertung des Schlieremer Zentrums.

Jahrelang lief alles wie am Schnürchen und die von langer Hand geplante Aufwertung des Schlieremer Stadtzentrums lag in Griffweite. Ein womöglich langjähriger Rechtsstreit stellt diese nun in Frage.

Jürg Krebs

Plötzlich herrscht Ungewissheit. Nachdem die Planung und Entwicklung eines neuen Schlieremer Stadtzentrums bisher überraschend schnell vorangekommen ist, blockieren nun zwei Einsprachen von Anwohnern ein Grossprojekt der Halter-Unternehmungen vis-à-vis des Bahnhofs. Der Rechtsstreit droht die städtischen Bemühungen zu lähmen. Stadtpräsident Peter Voser spricht von einem «komplexen Bauverfahren». Wird der Rechtsweg bis zum Bundesgericht zu Ende beschritten, können Jahre ins Land ziehen. Doch genau danach sieht es derzeit aus: Die Rekurrenten und Halter konnten sich trotz längerer Verhandlungen nicht einigen.

Zwar ist das nun blockierte Projekt für eine sechsgeschossige Überbauung mit 100 Wohnungen nur eines von vielen rund um den Schlieremer Bahnhof. Doch es gilt als Schlüssel hin zu einem neuen Zentrum. Die Grossüberbauung wird quasi Teil der städtischen «Visitenkarte», wie sich Stadtpräsident Peter Voser gerne ausdrückt. Die Grossliegenschaft wird für das Erscheinungsbild der Stadt zentral sein, denn beim Bahnhof erhalten Reisende einen ersten Eindruck von Schlieren.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Im Oktober 2002 präsentierte der Stadtrat eine erste Studie zur Stadtentwicklung, woraus 2005 ein umfangreiches Konzept hervorging. Ein Fokus liegt seither auf der Aufwertung des Stadtzentrums, das vom Verkehr entlastet und ansehnlich gestaltet werden soll.

Das Glück des Tüchtigen und die Vision

Zur ersten Vision eines neuen Zentrums für Schlieren kam das Glück des Tüchtigen hinzu: Zusammen mit der Halter-Tochter Fincasa besitzt die Stadt nämlich sämtliches Land, das für dessen strategische Weiterentwicklung notwendig ist - und mit der Fincasa konnte sich der Stadtrat 2006 auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

Bereits 2002 hatte er vorausblickend die historische Gunst der Stunde genutzt, und die angebotenen restlichen strategischen Zentrumsparzellen gekauft. Damit war eine erste grosse Hürde genommen.

Noch ist Bewegung im Prozess

Noch ist im Entwicklungsprozess Bewegung drin. 2010 soll mit der Umlegung der Badenerstrasse um einen neuen Stadtplatz zwischen Bahnhof und Lilie-Zentrum begonnen werden. Gemäss Peter Voser ist dies trotz der blockierten und nebenan liegenden Wohnüberbauung möglich. Damit können immerhin die Pläne für eine Verdrängung des Verkehrs aus dem Zentrum auf die Durchfahrtsachse Bernstrasse realisiert werden.

Wie der Stadtplatz aussehen wird, ist noch immer offen, so Peter Voser. Varianten werden geprüft. Zusätzlich ist die Verlängerung des so beliebten Stadtparks über die heutige Badenerstrasse hinaus ein Thema.

Klar ist für Stadtpräsident Voser allerdings: «Der Bau des Stadtplatzes allein bietet noch keine Qualität.» Das Zentrumsprojekt bleibt folglich ein wichtiger Mosaikstein.

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