Getragen von einem hervorragenden Weihnachtsgeschäft, ist die Swatch Group auf die Erfolgsstrasse zurückgekehrt. Der führende Schweizer Uhrenhersteller hat im vergangenen Jahr den Umsatz um über 5 Prozent gesteigert. Noch im ersten Halbjahr stagnierten die Verkäufe. Einen wichtigen Beitrag zur kräftigen Beschleunigung lieferte der Dezember. In den letzten vier Wochen des Jahres hat die Gruppe den zweithöchsten Monatsumsatz in ihrer Geschichte erzielt.

Das Wachstum liess den Gewinn um fast 8 Prozent steigen. Die Investoren nahmen die Nachrichten begeistert auf. Die Inhaberaktien von Swatch legten über 4 Prozent zu. Der Börsenwert des Konzerns beträgt inzwischen wieder rund 22 Milliarden Franken oder rund das Doppelte des ausgewiesenen Eigenkapitals.

Swatch in Zahlen 2017

. in Mio. Fr. Veränd. in Prozent
Umsatz 7960 +5,4
Betriebsergebnis 1002 +24,5
- in % des Umsatzes* 12,6 10,7
Gewinn 733 +27,7
Dividende (pro Inhaberaktie) 7,50  +11,1 
Anzahl Mitarbeiter 35400 –0,9

* aktuelle Zahl im Vergleich zum Vorjahr

Im Sommer 2016, als die Swatch Group die Investorengemeinde zum Halbjahr mit einem Gewinneinbruch um über 50 Prozent geschockt hatte, belief sich die Marktkapitalisierung zeitweise auf weniger als 14 Milliarden Franken. Ungeachtet dieser Entwicklung, hatte das von der Familie Hayek kontrollierte und geführte Unternehmen in jenen schwierigen Wochen eine Durchhaltestrategie ausgegeben.

Im Unterschied zu Konkurrenten wie Richemont verzichtete Swatch auf Kapazitätsanpassungen und Stellenabbau. Diese nicht ganz risikofreie Entscheidung scheint sich nun auszuzahlen. Für das frisch angelaufene Jahr erwartet das Unternehmen ein weiteres sehr positives Wachstum, das alle Produktionsbereiche auslasten werde.

Swatch zählt aktuell 35'400 Mitarbeiter. Von diesen besitzen rund 16'000 einen Schweizer Arbeitsvertrag. Damit ist der Konzern der grösste Arbeitgeber der hiesigen Uhrenindustrie. Diese hatte 2016 rund 57'000 Personen beschäftigt. Viele sind für Kleinbetriebe tätig, die den grossen Markenherstellern zuliefern.

Nach Aussagen von Jean-Daniel Pasche, Geschäftsführer des Branchenverbandes Fédération Horlogère, hat der Sektor im Zug des letzten Frankenschocks vor drei Jahren rund 2000 Arbeitsplätze verloren. Laut Personalvermittlern hat die Nachfrage nach Arbeitskräften inzwischen wieder angezogen.

«Swiss made» wird zur Hürde

Die Erholung der Nachfrage nach Schweizer Zeitmessern konzentriert sich gemäss den Exportstatistiken der Branche vorwiegend auf die Uhren in den höheren Preislagen. Der Rückgang der Verkäufe für Uhren der Preislage von rund 500 Franken und tiefer hält dagegen seit drei Jahren an.

Die Swatch Group ist mit Marken wie Omega, Rado, Blancpain oder Longines traditionell stark im oberen Preissegment vertreten. Aber die Bieler verkaufen mit ihren Marken wie Swatch, Flik Flak, Calvin Klein oder Mido auch ein breites Sortiment an günstigeren Uhren.

Im Unterschied zur Branche hat der Konzern im vergangenen Jahr auch in diesem Segment ein gutes Wachstum verzeichnet. Diese Entwicklung ist möglicherweise ein Hinweis auf eine Branchenbereinigung im Zug der verschärften Ursprungsregeln für Schweizer Uhren. Vermutlich können sich gewisse kleinere Hersteller von günstigen Modeuhren das «Swiss Made» nicht mehr leisten und mussten dadurch Verkaufseinbussen hinnehmen.