Durchschnittlich verbrauchten die letztes Jahr 301'000 neu zugelassenen Personenwagen 6,08 Liter Benzinäquivalent (LBÄ) pro 100 Kilometer, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Donnerstag mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr (5,87 l/100 Kilometer) nahm damit der Verbrauch um 3,6 Prozent zu.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Neuwagen lagen mit rund 137,8 Gramm CO2 pro Kilometer ebenfalls höher als im Vorjahr (134,1 Gramm CO2/km). Zusätzlich können auch die unter realitätsnäheren Messbedingungen des neuen WLTP-Verfahrens ermittelten und auf NEFZ zurückgerechneten Messwerte bei einigen Fahrzeugen zu einer leichten Erhöhung der CO2-Emissionen geführt haben, heisst es.

Für den Importeurverband Auto-Schweiz liegen jedoch darin und in der gestiegenen Nachfrage nach Benzinern die Hauptgründe für den Anstieg. Gefragt sei nun die Politik, Elektromobilität zu fördern, teilte Auto-Schweiz mit.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigte sich über die neuen Zahlen in einer Medienmitteilung schockiert. Für den WWF ist damit die Klimapolitik des Bunds bisher gescheitert. Jetzt müsse der Bundesrat definitiv aktiv werden. Die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE Suisse) bezeichnet die neuen Zahlen als "Hohn für den Klimaschutz" und fordert in ihrer Mitteilung CO2-Abgaben auf Treibstoffe

Laut BFE hätten bis 2015 die CO2-Emissionen der erstmals zum Verkehr in der Schweiz zugelassenen Personenwagen im Durchschnitt auf 130 Gramm CO2 pro Kilometer gesenkt werden sollen. Mit einem durchschnittlichen CO2-Wert von 137,8 g/km haben die Schweizer Autoimporteure diesen Zielwert zum dritten Mal in Folge nicht erreicht, heisst es weiter.

Ab 2020 werde der durchschnittliche Zielwert für Personenwagen jedoch von 130 auf durchschnittlich 95 Gramm CO2/km gesenkt. Wie BFE-Mediensprecherin Marianne Zünd gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, ist diese Senkung als Signal an Hersteller, Importeure aber auch Autokäufer gedacht. Zudem gelte der neue Wert ab kommendem Jahr auch in der Europäischen Union.

Fast die Hälfte Allradfahrzeuge

Laut BFE betrug der Anteil der Allradfahrzeuge bei Neuwagen 48,9 Prozent. Der Anteil der ganz oder teilweise elektrisch betriebenen Personenwagen an der Neuwagenflotte stieg 2018 mit 3,2 Prozent leicht an (2017: 2,7 Prozent), derjenige der Dieselfahrzeuge ging auf 30,3 Prozent zurück (2017: 36,2 Prozent).

Die CO2-Emissionen der neu zugelassenen Lieferwagen und leichten Sattelschlepper, die ab 2020 ebenfalls unter die CO2-Emissionsvorschriften fallen, lagen bei 183,3 g CO2/km. Sie gingen im Vergleich zum Vorjahr (185,3 g CO2/km) leicht zurück. Neu treten ab 2020 auch CO2-Emissionsvorschriften für Lieferwagen und leichte Sattelschlepper in Kraft (der Zielwert beträgt hier 147 Gramm CO2/km).

Sanktionsgelder enorm gestiegen

Die 2018 erhobene Sanktionssumme hat sich mehr als verzehnfacht: Sie beläuft sich laut BFE auf insgesamt rund 31,7 Millionen Franken (2017: 2,9 Millionen Franken). 97,3 Prozent der Sanktionslast entfällt auf Grossimporteure, 2,7 Prozent auf Kleinimporteure. Laut Zünd werden rund zwei Drittel der Sanktionen von Importeuren zweier Automarken bezahlt.

Dem gesamten Sanktionsertrag stehen Vollzugskosten von rund 1,1 Millionen Franken gegenüber, im Jahr 2017 beliefen sie sich auf die gleiche Summe. Insgesamt resultiert für 2018 ein Nettoertrag von rund 30,6 Millionen Franken (2017: 1,8 Millionen Franken).

Dieser wird in Abhängigkeit der Anzahl Fahrzeugzulassungen und Importeure auf die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein aufgeteilt. Der Schweizer Nettoertrag aus dem Vollzugsjahr 2018 von 30,5 Millionen Franken wird dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds NAF zugewiesen.