Der Pharmakonzern Novartis steht kurz vor einer teuren Einigung in einem Rechtsstreit mit den US-Justizbehörden. Der Fall nahm bereits vor sechs Jahren seine Anfänge. Damals verklagte die New Yorker Staatsanwaltschaft das Basler Unternehmen. Novartis soll Ärzte bestochen haben, um verschiedene Medikamente gegen Bluthochdruck und Diabetes zu verschreiben. Vertreter des Konzerns hätten den Absatz der Präparate mit gediegenen Diners angeschoben. Daneben habe Novartis schöne Reisen oder Schulungen offeriert, «die der eigentlichen Ausbildung der Ärzte wenig förderlich waren», so die Staatsanwaltschaft.

Diese Woche gelangte nun versehentlich ein Brief an die Öffentlichkeit, in dem von «beachtlichen Fortschritten» bei der Verhandlung über einen aussergerichtlichen Vergleich die Rede ist. Verfasser des Schreibens ist ein US-Staatsanwalt. Der «monetäre Aspekt» der Einigung sei dem US-Justizdepartement zur beschleunigten Bewilligung übermittelt worden. Beobachter in den USA gehen von einer Summe von bis zu einer Milliarde Dollar aus.

Das Schreiben wurde von der Nachrichtenagentur «Bloomberg» entdeckt. Laut dem Brief ist auch ein neues Abkommen mit dem US-Gesundheitsministerium Teil des Vergleichs. Das ursprüngliche Abkommen besteht schon seit Jahren, da Novartis wiederholt in den USA in Rechtsfälle verwickelt ist. Möglicherweise muss der Pharmakonzern mit neuen Auflagen rechnen, um weiterhin mit den staatlichen Krankenversicherungen zusammenzuarbeiten.

Eine Einigung ist bereits Anfang nächster Woche möglich, wie aus dem Brief weiter zu entnehmen ist. (mka)