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Baugerätekonzern Hilti legt zu trotz Minus im Europa-Geschäft

Koffer mit Hilti-Maschinen (Archiv)

Koffer mit Hilti-Maschinen (Archiv)

Der Liechtensteiner Baugerätekonzern Hilti ist im vergangenen Jahr moderat gewachsen. Der Umsatz legte um 3,2 Prozent auf 4,34 Milliarden Franken zu. Damit hat der Hersteller der roten Bohrmaschinen seine eigenen Erwartungen erfüllt.

Der Ende Jahr altershalber zurückgetretene Konzernchef Bo Risberg hatte im Frühling im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda ein Wachstum von 3 Prozent prognostiziert. Einen Strich durch die Rechnung machten die Wechselkurse.

In Lokalwährungen hätte Hilti den Umsatz um 4,5 Prozent gesteigert, gab das Unternehmen am Montag in einem Communiqué bekannt. Nicht rund lief das Geschäft in Europa. Während das Unternehmen in Zentral- und Nordeuropa weiter zulegte, blieb die Lage im krisengeschüttelten Südeuropa erneut schwierig.

Insgesamt schrumpften die Verkäufe auf dem "Alten Kontinent" um 1,1 Prozent. Nur weil sich der Euro gegenüber dem Franken aufwertete, konnte Hilti den Umsatz im grössten Absatzgebiet um 1,2 Prozent auf 2,178 Mrd. Fr. steigern.

Geldflut macht Strich durch Rechnung

Andernorts machten dem Konzern die Währungsabschwächungen zu schaffen, die durch die ultralockere Geldpolitik grosser Notenbanken, namentlich der Fed, verursacht werden. So legte Hilti in Nordamerika um 2,8 Prozent zu. Weil sich aber der Dollar abschwächte, resultierte lediglich ein leichtes Umsatzplus von 0,9 Prozent auf 867 Mio. Franken.

Noch herber waren die Einbussen in den Schwellenländern. In Lateinamerika und Asien blieb von den Wachstumsraten von über 17 Prozent in Lokalwährungen nicht einmal die Hälfte übrig. Der Umsatz Asien/Pazifik stieg nur um 7,6 Prozent auf 603 Mio. Franken, während er in Lateinamerika um 7,7 Prozent auf 168 Mio. Fr. kletterte.

In Osteuropa, dem Mittleren Osten und Afrika konnte Hilti den Umsatz um 9,9 Prozent auf 524 Mio. Fr. steigern. In Lokalwährungen wären die Verkäufe um 14,3 Prozent gestiegen.

Deutlich mehr Gewinn in Sicht

"Angesichts der nach wie vor schwierigen Situation in Europa sind wir mit dem moderatem Wachstum zufrieden", schreibt der neue Hilti-Chef Christoph Loos, der am 1. Januar die Nachfolge Risbergs antrat. Hilti hatte nach dem Einbruch in der Finanz- und Wirtschaftskrise den Fokus auf eine Steigerung der Gewinne gelegt.

"Wir (...) konnten das Jahr (2013) gut nutzen, um vor allem die Profitabilität erneut zu verbessern", teilte Loos weiter mit. Vor einem Monat hatte der neue Hilti-Chef im Gespräch mit Journalisten sein Ziel einer Umsatzrendite von 9 bis 10 Prozent bekräftigt. Damit würde Hilti einen Betriebsgewinn von 390 Mio. bis 434 Mio. Fr. erzielen.

Das wäre deutlich mehr, als Risberg im Frühling vorhergesagt hatte. Damals sprach der Schwede im Gespräch mit der sda von einem Betriebsgewinn von mindestens 350 Mio. bis 370 Mio. Franken. Die Gewinnzahlen will Hilti am 14. März bekannt geben.

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